Matthäus 5,9

Wir können den Wochenspruch dieser Woche nicht oft genug sagen oder hören. Jesus sagt in der Bergpredigt: Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine und der Hamas auf Israel haben wir gelernt, dass Friedenstiften nicht bedeutet, wehrlos zu bleiben. Menschen und Länder müssen sich verteidigen dürfen gegen jede Form von Brutalität und Überfälle. Aber Jesus redet in der Bergpredigt ja nicht zu Kriegsparteien oder zu Menschen, die einen rechtswidrigen Überfall ausführen. Jesus redet zu uns; zu Menschen, die ihren Alltag gestalten und sich fragen: Wie lebe ich richtig im Geist Gottes? Denen sagt Jesus: Selig sind, die Frieden stiften.

Schon das ist ja manchmal schwer genug. Es gibt so viele Konflikte in den Familien, der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz oder auf den Straßen. Die Gerichte können ein Lied davon singen, wie man sagt. Es gibt so viele Prozesse über Alltagsstreitigkeiten, dass Gerichte kaum noch nachkommen. Was könnte es da heißen, Frieden zu stiften?

Oft liegt das tiefere Problem eines Unfriedens in den Interessen, die einzelne Parteien in einem Konflikt haben. Sie gilt es zu bedenken – jede Seite für sich. Im besten Falle bedenkt man sie gemeinsam; so aufrichtig wie möglich. Oder jede Seite, die möglichst friedlich bleiben will, bedenkt aufrichtig die eigenen Interessen. Und überlegt dann – immer voraus­gesetzt, man möchte eine möglichst friedliche Lösung: Kann ich, können wir auf unser Interesse, oder einen Teil davon, auch verzichten? Und die andere Seite womöglich auch?

Man sagt, es gibt keinen Frieden ohne Opfer. Ist das wahr? Wer an einem Streit beteiligt ist, wird bei nüchterner Betrachtung bald merken, dass es um Interessen auf beiden Seiten geht und dass ein Friede nur möglich ist durch Verzicht auf Interessen. Das heißt: Ich will dem Frieden ein Opfer bringen. Vielleicht gelingt es mir; und den anderen auch. Dann wäre viel gewonnen. Und wir dürfen uns glücklich, ja selig schätzen, dass uns Frieden gelungen ist. Frieden bedeutet, nichts wollen zu müssen.

 

Wir beten:
Du, Herr, hörst das Seufzen. Du hörst auch unseren Schrei nach Frieden und Gerechtigkeit.
Darum kommen wir zu Dir mit all dem, was uns bedrängt.
Wir denken vor Dir an die Menschen, die Leid erfahren und sich nach Frieden und Heil sehnen,
wir denken an unsere kranken Nachbarn und an alle Trauernden,
wir denken an all die, die an den Folgen des Krieges schwer zu leiden haben.
Wir rufen zu Dir: Komm und lass sie Deine Liebe erfahren, die unser Leben heil werden lässt.

Wochenspruch:    Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen (Matthäus 5,9)

Wochenpsalm:     Psalm 85, 9-14

Wochenlied:           EG 152  –  Wir waten dein, o Gottes Sohn
Mein Vorschlag:  EG 436  – Herr gib uns deinen Frieden

Download:            ANgeDACHT 2023-46

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Lafim-Diakonie Dienste zur Teilhabe