Am Sonntag vor der Passionszeit geht es uns Thema Nachfolge; oder anders gesagt um die Frage: Wie lebe ich als Christ oder Christin? Macht es einen Unterschied, wenn ich gläubig bin? Die Jünger wussten um die Macht von Jesus. Sie sahen seine Zeichen und Wunder, hörten seine Worte. Er musste der Messias sein! Da lag es nahe, nur Gutes für die Zukunft zu erwarten. Endlich würden sich all ihre Hoffnungen erfüllen!
In diese Erwartung platzt Jesus hinein und kündigt sein Leiden und Sterben an. Jesus möchte seine Freunde vorbereiten. Es wird etwas geschehen, das sie so gar nicht erwarten: Gefangennahme, Folter, schändlicher Tod am Kreuz.
Jesus will ihnen zeigen: Wenn das Geschehen wird, geht dabei nicht etwas schief, auch wenn es so scheint. Gott hat schon lange geplant, wie die Menschen aus ihrer Gottesferne erlöst werden sollen. Und er hat dies durch seine Propheten ankündigen lassen. Jetzt ist diese Zeit gekommen.
Schon der Prediger im Alten Testament sagt: Für Glück und für Leiden gibt es eine bestimmte Zeit. Doch die Jünger verstehen Jesus nicht. Seine Worte passen nicht zu ihren Erwartungen. Wie oft hört man nur das, was man hören möchte.
Was macht es so schwer, Gottes Wege zu verstehen? „Glaube fängt nicht da an, wo der Ver-stand aufhört, sondern da, wo der Wider-stand aufhört.“ So hat Martin Buber es ausgedrückt. Wenn man im tiefsten Herzen nicht will, dann versteht man auch nicht. Ich musste ganz am Anfang meines Lebensweges mit Jesus lernen: Erst ja sagen zu seinem Weg und dann erfahren, was er von mir will. Ich darf ja sagen im Vertrauen zu dem Jesus, der sein Leben für mich gegeben hat. Er will nur das Gute für mich.
Sind wir bereit, uns auf Gottes Wege einzulassen? Wie oft kann man im eigenen Leben feststellen: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ Aber ist nicht gerade das spannend? Wir können Schritt für Schritt mit Jesus gehen. Er ist immer wieder überraschend anders, als wir meinen. Aber er weiß den Weg für mich, das ist genug.
Wir beten: Nimm uns die Angst, Gott, zu klein, zu wenig, zu unbedeutend zu sein, nimm allem Kleinmut die bohrende Tiefe, erbarme Dich unser.
Gott, Du versprichst ein Leben mit Dir im Bund, wir hoffen darauf, dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen, so wie Du es verheißen hast.
Gott, vor uns liegen die Tage der Ausgelassenheit – aber dann auch die Tage des Schmerzes – der Schmerzen Deines Sohnes auf dem Weg zum Kreuz. Lass uns beides auf unser Herz nehmen: Die Freude, aber auch den Schmerz. Beides ist Leben. Im Vertrauen auf Deine Nähe und Deinen Schutz wollen wir Deine Kinder sein und bleiben. Amen.
Wochenspruch: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. Lukas. 18,31
Wochenpsalm: Psalm 31 – EG 716
Wochenlied: EG 401 – Liebe, die du mich zum Bilde
Download: ANgeDACHT 2024-07
Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich
Diakon Olaf Eggert
Lafim-Diakonie, Dienste zur Teilhabe