Die Wochenlosung will uns mitnehmen. Christus ist nicht im Himmel entschwunden, sondern will uns zu sich aufnehmen – „nach oben“. „Oben“ und „ unten“ sind uns Menschen bekanntlich immer sehr wichtig. Wer sitzt wo bei Veranstaltungen oder wird namentlich und an welcher Stelle begrüßt. Dazu gibt es ganze Protokollbücher, werden Diplomaten geschult, hat es im Nachgang schon Kriege gegeben und habe ich auch schon bei Kirchens die Emotionen hochgehen gesehen.
Dabei hat Christus das ganz schön durcheinandergewürfelt durch seine Geburt im Stall, markige Lehrworte wie die „Letzten werden die Ersten sein“ oder „Dienet einander wie ich Euch gedient habe“ und seinen schändlichen Tod am Kreuz. Theologen haben sich viele Gedanken gemacht, sich das zu erklären. Beliebt ist das Bild, dass Gott vom Himmel zur Erde nieder gekommen ist, um dann uns mitnehmend wieder hochzusteigen.
Für mich ist besonders wichtig, dass Gott zu uns gekommen ist. Er muss mir nicht so schnell wieder gegen Himmel verflüchtigen. Nein, ich bin besonders dankbar, zu wissen, dass Gott besonders dann bei uns ist, wenn er fern zu sein scheint. Wenn wir in Trauer sind, ein lieber Mensch gestorben ist. Wir mit ansehen müssen, wie Menschen leiden, oder wir selbst Schmerzen haben, oder uns Sorgen schlecht schlafen lassen. Dann zu spüren, dass Gott gerade jetzt bei uns ist. Jesus Christus zu uns in die tiefste Tiefe gekommen ist, damit wir nie allein oder verloren sind. Das ist mir das ganz Besondere an unserem christlichen Glauben. Deshalb: nur nicht zu schnell Himmelfahrt; wir sind noch hier in dieser unvollkommenen Welt und brauchen Beistand hier und jetzt – hier unten.

Wünsche Ihnen einen guten Wochenstart und weiterhin schönes Wetter in Vorfreude auf die Pfingsttage.

Herzliche Grüße
Ihr Jörg Antoine

 

Wochenspruch: Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. Joh 12,32

Wochenpsalm:   Psalm 27  –  EG 714

Wochenlied:       EG 128 – Heiliger Geist, du Tröster mein

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