Verloren geht so manches, jeden Tag. Und es ärgert mich jedes Mal, wenn ich es nicht wiederfinde. Manchmal muss ich stundenlang suchen, oft auch erfolglos. Und irgendwie und sei die Sache noch so klein, bleibt ein Schmerz zurück. Und große Freude, wenn ich etwas wiederfinde.
Aber diese Dinge sind nichts gegen das wesentliche Gefühl des Verloren seins, das auch ein allein da stehen sein kann, oder ein „ich weiß nicht mehr, wofür ich da bin“, oder eine tiefe Haltlosigkeit im Leben. Menschen erleben das, wenn Beziehungen zu Bruch gehen, wenn Zeitabschnitte zu Ende gehen und das Leben neu gedacht werden muss, wenn nahe Menschen sterben oder Krankheit das Leben verändert.
„Verloren sein“ kann ein Gefühl sein, dass Menschen verzweifeln lässt.
In solchen Momenten hilft die Erinnerung an das, was uns in der Vergangenheit gehalten hat, es hilft der Glaube an den tieferen Sinn des Lebens, es hilft – wenn auch gerade nicht spürbar – die Erinnerung daran, dass unser Leben einen Anfang und ein Ziel hat und dieses Ziel von jemandem eine Bestimmung erhält. Wir nennen diesen jemand als Christ:innen „Gott“. Die Erinnerung an Gott, der uns sucht, wenn wir verloren sind und der uns wieder glücklich macht, selig eben.
Von Jesus wird das im Wochenspruch dieser Woche gesagt, dass ER gekommen sei, um diese Aufgabe Gottes in unserer Menschenwelt sichtbar zu machen. Gott sucht uns, egal wie verloren wir uns fühlen und wahrscheinlich ist er sogar längst schon da in unserer Verlorenheit, wenn wir uns nur erinnern und hinsehen. Er sucht uns und dann wird es wieder gut. Mit diesem Trost dürfen wir selbst leben, gerade diese Woche und diesen Trost weitersagen, den Menschen, die verloren sind. Mit dem Menschensohn sind wir dann auf der Suche und können ihm helfen zu finden. Amen.
Wochenspruch: Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lk 19,10)
Wochenpsalm: Psalm 103 – EG 742
Wochenlied: EG 353 – Jesus nimmt die Sünder an
Download: ANgeDACHT 2024-25
Zu Beginn dieser Woche grüße ich Sie herzlich
Pfarrer Matthias Welsch
Vorstand Personal und Diakonie, Lafim-Diakonie