Sich in Zeiten der Not und Hoffnungslosigkeit an die Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes erinnern. Darum geht es in dieser zweiten Woche der Fastenzeit. Der Sonntag trägt den Namen Reminiszere, der zugleich eine Aufforderung ist: Gedenke!
Geduldig und hoffnungsvoll durch die Passionszeit wollen wir auf Ostern zugehen. Noch ist es nicht da. Noch sind wir mittendrin in der Fastenzeit, der Zeit der Umkehr und des Leidens. Wir sind mit Jesus auf dem Weg. Viele Menschen nutzen diese sieben Woche zum Verzicht, etwa auf Fleisch oder Schokolade. Auf jeden Fall üben sie sich im Verzicht liebgewonnener Genüsse. Und das braucht mitunter gute Nerven und eine große Portion Geduld.
Auch Gott wird von uns Menschen, seinen geliebten Kindern, oft auf eine Geduldsprobe gestellt. Da hat Gott nun alles so schön in der Welt eingerichtet und dann hauen wir Menschen es doch wieder zu Brei. Es sind wir Menschen, die die Welt in Schutt und Asche legen. Es sind wir Menschen, die anderen Menschen übel mitspielen. Es sind wir Menschen, die sich versündigen – aneinander und vor Gott. Wie gut, dass es auch genug Menschen gibt, die immer wieder für das Gute einstehen. Die sich stark machen für andere und nicht müde werden, den Glauben in Wort und Tat zu verkündigen. Menschen, die daran erinnern, dass Gott uns seine Liebe erwiesen hat, dass Gott da ist. Jesu Kreuzestod war eine Liebestat Gottes, der die Welt so geliebt hat und deswegen seinen Sohn hergab. Zur Vergebung der Schuld, zur Versöhnung der Menschen mit Gott und untereinander. Für uns! Für uns ALLE! Gott will nicht, dass wir verloren gehen. Durch alles Leid scheint diese Liebe Gottes, die wirklich größer als alle Vernunft ist, hindurch. Jesus kommt zu uns Menschen und nimmt unser Leid auf sich, damit wir frei werden. Doch ist es kein Freifahrtschein für Gemeinheiten. Wir sind nicht davon entbunden, für unsere Fehler geradezustehen und Verantwortung zu übernehmen. Gott tut nicht für uns die guten Werke. Gott gibt uns Kraft dazu. Das Gute tun, guttun müssen wir schon selbst. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind. (Johannes 3,21) Diesen Satz aus dem Predigttext dieser Woche sollten sich Einige mal so richtig hinter die Löffel schreiben. Mit einem dicken Permanentmarker. Gedenke und bedenke, Mensch!
Lasst uns beten: Herr, Gott Vater, ich preise dich. Du hast die Welt erschaffen, du bist der Herr meines Lebens, du bist der Herr der Zeit.
Ich danke dir für die Ruhe der Nacht und das Licht des neuen Tages. Leib und Seele sind dein. Von dir ist alles, was geschieht.
Herr, Jesus Christus, du bist das Licht der Welt, das mich erleuchtet. Du bist die Wahrheit, die mich leitet, du bist das Leben, nach dem ich verlange. Bewahre mich in deiner Liebe. Gib mir Geduld und Gelassenheit.
Herr, Heiliger Geist, wecke meine Sinne und Gedanken, gib mir Phantasie und Klarheit, ein waches Gewissen, das rechte helfende Wort und das sorgsame Tun, dass ich etwas Nützliches schaffe und dieser Tag nicht verloren ist.
Herr, dreieiniger Gott, was du mir schickst, will ich annehmen, Erfolg und Misserfolg, Freude und Mühsal. Ich bitte dich für alle, die diesen Tag mit Sorge beginnen, mit Angst oder Schmerzen. Begleite uns, schütze uns, bewahre uns.
Ich danke dir für diesen neuen Tag. Amen. (EG 819)
Wochenspruch: Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. (Röm 5,8)
Wochenpsalm: Ps 25,1-9
Wochenlieder: EG 94 – Das Kreuz ist aufgerichtet
oder
EG 96 – Du schöner Lebensbaum des Paradieses
Download: ANgeDACHT 2025-12
Ich wünsche Ihnen Zuversicht, Geduld und Hoffnung für diese Woche und darüber hinaus
Sabine Papies
(Mitarbeiterin Stabsstelle Unternehmensentwicklung und diakonische Kultur)