2023/08

Schon wieder den Schirm vergessen. Hätte ich doch nun echt dran denken können. Zumal der Blick aus dem Fenster schon heute früh in einen grauen Himmel sah. Vier Stockwerke weiter unten und kaum aus der Tür raus fallen mir sogleich dicke Wassertropfen auf den Kopf. Noch einmal all die Treppen hoch? Ach, ich vertraue heute mal darauf, dass ich schon rechtzeitig Unterschlupf finden werde. Bis zur Haltestelle werde ich es schon schaffen. Und dann schaue ich weiter.
„Ich bin ja nicht aus Zucker!“ Naja, manchmal sind wir schon aus Zucker, z.B. wenn wir Sorgen haben. Dann haben wir mitunter das Gefühl, dass wir wie ein Stück Zucker von den „Alltagsfluten“ aufgelöst werden. Wichtig ist es dann, dass unsere Quelle der Hoffnung nicht versiegt.
Psalm 63 nimmt uns in solch eine Geschichte um Bedrohung und Bewahrung mit hinein. König David, der ihn betet, ist vor seinem Sohn Abschalom in die judäische Wüste geflohen. Dieser will seinen Vater David vom Thron stürzen.
Es geht also um Leben und Tod. Und in dieser unwirtlichen Wüste macht der Betende die Erfahrung der Rettung und Hilfe durch Gott. Er findet Schutz unter dem Schatten der Flügel Gottes und kann innehalten. Er kann in Ruhe überlegen, wie er dieser brenzligen Situation entgehen kann. Dann bricht sich dankbare Zuversicht die Bahn: „Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.“ (Ps 63,9). Frohlockender Lobgesang wird sogar daraus: „Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann.“ (Ps 63,6). Unter dem Schatten dieser Flügel sind wir sicher. Wenn sich Angst breitmacht, finden wir Schutz bei Gott. Gott ist uns ein Zufluchtsort und verlässliche „Glaubenshöhle“. Hier hat alles Platz – „unter dem Schatten deiner Flügel.“
Klatschnass bin ich geworden. Natürlich! Als ich die Stufen zum Büro hoch­tropfe, vermisse ich den „irdischen Schirm“ dann schon. Aber ich weiß mich geborgen unter dem „himmlischen Schirm“, den Gott in allen Wetterlagen
des Lebens über uns ausbreitet.

Ich wünsche Ihnen ein sommerlich frohlockendes Herz mit und unter dem Schatten seiner Flügel!

Aus den Zentralen Diensten in Potsdam grüßt Sie herzlich

Sabine Papies
(Stabsstelle Unternehmensentwicklung und Diakonische Kultur)