2024/03

Die Welt ist durcheinandergeraten. Davon erzählt der Monatsspruch, der schon auf das Osterereignis hinweist. Dieses Durcheinander ist aber anders als das von uns selbst gemachte Durcheinander der sich abwechselnden Krisen, die uns Angst machen. Dennoch ist das auch ein Grund sich zu Entsetzen: Die Frauen kommen zum Grab und es ist einfach leer. Der Osterschrecken durchfuhr sie. Er ist nicht hier, er ist auferstanden.
Die Welt gerät durcheinander, wenn die Wahrheit, die doch so unverbrüchlich und klar ist, wie sie traurig und erschreckend ist, nicht mehr gilt. Der Tod gilt nicht mehr. Wer Tod ist, ist nicht Tod. Ja der Tod ist grundsätzlich als unumstößliche Wahrheit unserer Existenz in Frage gestellt. Gottes Wirklichkeit und damit das Ende der Welt, wie wir sie kennen ist angebrochen, so wie es die Offenbarung des Johannes beschreibt: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein“ (Offb. 21,4). Die trotzige Frage des Apostels Paulus „Tod, wo ist Dein Stachel, Tod wo ist Dein Sieg?“ wird am leeren Grab des Ostermorgens ein für alle Mal beantwortet.
Der Tod steht auch für alles Leiden auf der Welt, das Leiden an Körper und Seele, das Leiden, das Menschen einander antun mit Gewalt und Krieg. Wenn der Tod nicht mehr ist, wenn er wirklich seine Macht verloren hat, dann kann uns eigentlich nichts mehr schrecken und entsetzen, dann fehlt das Drohpotential, das darin steckt, dass Menschen einander mit Gewalt und Tod bedrohen. Der Tod wird als Waffe stumpf. Krieg und Ge­walt werden sinnlos. Das mag manch einen Machthaber auch heute noch Erschrecken.
Damals ist es schon wahr geworden. Jesus Christus ist auferstanden und wer mit den Frauen vor seinem leeren Grab steht, dem wird bewusst, dass wir eines Tages auch vor leeren Gräbern stehen werden. Vor den leeren Gräbern der Menschen, die wir geliebt haben und um die wir getrauert haben, zu guter Letzt sogar vor dem eigenen leeren Grab. Denn bei Gott ist ein neuer Himmel und eine neue Erde und das Glaubens­bekenntnis meint es ernst, wenn wir sonntags bekennen „Ich glaube … an die Auf­erstehung der Toten und das ewige Leben.“ Es gilt auch für uns.
Daran erinnern wir uns mit dem Osterfest. Auch wenn wir das Leiden bis dahin noch durchleiden müssen und uns in den Wochen bis Ostern an das Leiden Jesu und damit an jeden Menschen, der aktuell leidet, erinnern. Wir dürfen gewiss sein, das Leiden und der Tod haben niemals nie das letzte Wort.
Das Leben und die Liebe Gottes haben das letzte Wort. Seine Liebe wird siegen. Amen.

 

Ich grüße Sie herzlich in dieser Passionszeit
Ihr Pfarrer Matthias Welsch