Nicht alle verreisen im Sommer. Obwohl es oft so aussieht.
Autobahnen sind voll bis übervoll. Züge und Flugzeuge auch. Manche Dörfer oder Innenstädte wirken zeitweise wie leergefegt. Sommerzeit ist Reisezeit. Aber längst nicht alle verreisen. Manche können nicht verreisen, weil sie eine Reise gesundheitlich nicht schaffen.
Andere möchten oder können die Preise nicht bezahlen, die eine Reise kostet. Und es gibt immer mehr Menschen, die nicht verreisen wollen, weil sie der Umwelt keinen Schaden zufügen möchten, mit langen Auto­fahrten oder Flügen. Alle, die nicht verreisen wollen oder können, ver­dienen unseren Respekt. Man kann verstehen, wenn Menschen auf ihrem kleinen Balkon sitzen oder in einem Stückchen Garten – und dort seufzen und sagen: Daheim ist es doch immer noch am schönsten. Aber warum eigentlich?
Weil daheim sein etwas mit Heimat und Geborgenheit zu tun hat. Manche fürchten die Unübersichtlichkeit anderer Städte und Länder, das Eingewöhnen in den Urlaubsort und in die fremde Sprache. Es gibt Menschen, die aus dem Urlaub kommen und sagen: Jetzt muss ich mich erst einmal von der Reise erholen. Da bleiben manche lieber gleich daheim und lieben und genießen das Vertraute. Oder aber, was auch sein kann – sie sehen alles Gewohnte und Vertraute mit neuen Augen, mit einem anderen Blick. Man hat ja Urlaub. Kopf und Seele können schlendern. Wir fangen einfach damit an, dass wir alles so gut sein lassen, wie es ist. Nur schlendern. Keinen Ehrgeiz entwickeln.
Alles gut sein lassen. Vielleicht beim Spaziergang, vielleicht auf dem Balkon oder im Garten. Ich verfolge gerade keine Ziele, will nichts sortieren, umbauen oder neu streichen – ich lasse einfach alles nur gut sein. So fängt es an, das kleine Glück im Leben. Mit Zufriedenheit – mit sich selber. Dem kann man ein wenig nachhelfen. Indem man mal wenig oder nichts tut. Und dann nach einer gewissen Zeit dankbar wird. Danke, Gott, dass du es gut mit mir meinst. Danke, Gott, dass ich hier sitzen kann, nichts tun muss und meine Gedanken herumtrödeln dürfen. Alles andere, Gott, darf dann später kommen.

Wir beten:               Danke Gott, dass ich in meinem Urlaub bei mir sein darf.
Danke, dass ich nichts tun, planen und voranbringen muss.
Du, Gott, bist auch jetzt bei mir. Du bist mein guter Hirte, der auf mich achtgibt.
Danke, Gott, dass ich Deine Schöpfung einfach genießen darf.
Ich bin Dein Kind, du sorgst für mich.

Wochenspruch:    Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.   (Lukas 12,48)

Wochenpsalm:     Psalm 119  –  EG 748

Wochenlied:           EG 397  –  Herzlich lieb hab ich dich, o Herr

                                       weil meine Gedanken schlendern:
                                      EG 503  –  Geh aus mein Herz

Download:            ANgeDACHT 2024-31

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie gGmbH