Der Deutsche Evangelische Kirchentag fand vom 30. April bis 4. Mai 2025 in Hannover statt. Unter der Losung „mutig – stark – beherzt“ machten sich Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus auf den Weg in die niedersächsische Hauptstadt. Über konfessionelle und religiöse Grenzen hinweg erlebten sie Gemeinschaft, feiern Gottesdienste, lauschen Konzerten und nehmen an politischen Debatten teil. Die Losung verweist auf die „Aufmerksamkeit und Zuversicht“, mit der „die Kirchentagsbewegung den Krisen und Konflikten unserer Zeit“ begegnet“, so die Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund. Untereinander und miteinander verbunden sein, wie in den Tagen in Hannover, das ist gut. Und gut ist auch, zu wissen, was uns im Wochenspruch zugesagt ist: Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh 10,11a.27–28a)

Mutig – stark – beherzt“! Ganz schön vollmundig kommt die Kirchentagslosung daher. Das Logo dazu unterstreicht das noch: knallrotes Design, ein geöffneter Mund mit vollen Lippen. Aus ihm springen dem Betrachter die Worte entgegen. Kräftige Buchstaben, weiße Schrift auf schwarzem Grund: mutig – stark – beherzt. Wow! Mein erster Impuls war: Geh in Deckung!
Mut, Stärke, Beherztheit. Das sind gute, nützliche Eigenschaften auch für unseren Dienst in der Lafim-Diakonie und darüber hinaus. Ich sehe Bilder vor mir von Rettern auf dem Mittelmeer, von Helferinnen bei Hochwasserkatastrophen. Von Menschen, die nicht abwarten, nicht lange fragen, sondern das Notwendige tun. Ein Schlauchboot steuern, Sandsäcke füllen, warme Kleidung herbeischaffen, Suppe und Kaffee kochen … Ja, auch in den Arm nehmen, zuhören, trösten. Ich sehe Menschen vor mir, die zur richtigen Zeit, am richtigen Ort den Mund aufmachen. Die Lügen und Unsinn als solche benennen. Die sich dem Bösen entgegenstellen. „Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!“, so Paulus am Schluss seines ersten Briefes an die junge Gemeinde in Korinth. Ein Auftrag auch für unsere Lebensführung; ein Auftrag auch für unsere innere Haltung.

 

Wir beten:
Barmherziger Gott, manchmal ist es in unserem Leben wie auf einer grünen Weide. Es geht uns gut; wir haben, was wir zum Leben brauchen. Und manchmal ist der Boden hart, das Leben wie ein finsteres Tal oder wir verirren uns. Verlassen und verloren fühlen wir uns.
Hol uns da heraus, Gott; stärke unseren Glauben, unsere Zuversicht.
Barmherziger Gott, wir legen Dir alle ans Herz, die etwas verloren haben: einen Menschen, eine Liebe, ihre Arbeit, ihre Heimat, ihre Orientierung. Sei ihnen, sei uns ein guter Hirte. Sammle uns um Dich und leite uns auf den richtigen Weg.
Verbunden sind wir heute besonders mit denen, die sich in Hannover zum Kirchentag versammelt haben. Schenke ihnen und uns allen den Mut, die Stärke, das Herz, Dich in die Mitte unseres Lebens zu stellen. Leite Du uns, damit wir einander gute Hirten sein können.

 

Wochenspruch:    Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh 10,11a.27–28a)

Wochenpsalm:     Psalm 23  –  EG 711

Wochenlied:           EG  274  –  Der Herr ist mein getreuer Hirt

Download:           ANgeDACHT 2025-19

 

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen

Diakon Olaf Eggert