Das Leben wird vorwärts gelebt – und rückwärts verstanden (S. Kierkegaard). Das Gute in der Welt geschieht oft im Verborgenen. Vielleicht stimmt es ja, dass Gott uns näher ist, als wir denken. Vielleicht haben wir es zusammen mit dem Wochenspruch längst unhörbar auf den Lippen: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2)
Ich muss dabei an einen Tag im Januar denken. Ich wollte mit einer großen Bügelsäge, auf der Leiter stehend, meine Weide im Garten zurückschneiden und kam nicht so recht vorwärts. Könnte gut Hilfe gebrauchen – bei der dicke der Äste und dem wackeligen Stand auf der Leiter- ging mir durch den Kopf. Als ich fast aufgegeben hätte und der stumpfen Säge die Schuld gab, stand plötzlich ein Nachbar mit seiner Akku-Säge neben mir und sagte: Lass es uns gemeinsam tun.“
Vor diesem Hintergrund lese ich den Wochenspruch aus Psalm 103.
Gott will uns die Augen dafür öffnen, dass wir nicht zuerst das Schlechte, was nicht gelingen will, sehen.  Wir sehen ja oft am Mitmenschen und uns selber zuerst die Defizite. Was er, was man, alles nicht kann. Welche Fehler er/man macht. Wo er/man den Ansprüchen nicht genügt. Unseren Ansprüchen. Und gegenüber Gott ist es oftmals auch so: Wir sehen, dass Gott unsere Wünsche nicht erfüllt, unsere Gebete nicht erhört, dass er anderen mehr Glück im Leben gibt als uns. Der Blick aufs Defizit und Schulzuschreibungen: Wir sind misstrauisch, ob Gott es wirklich gut mit uns meint, Das Psalmwort will unseren Blick verändern: Das Gute sollen wir ansehen. Bei anderen Menschen und bei Gott. Entdecken sollen wir, dass wir längst reich gesegnet sind. Wo wir das Schlechte erwarten, schenkt uns der gute Gott Zeichen seiner Liebe.
Nur manchmal merken wir es nicht gleich.
Die guten Dinge im Leben, die wirklich wichtig sind, gibt es nicht auf Bestellung. Die Kleinigkeiten, die das Leben schön und kostbar machen werden nur allzu leicht als selbstverständlich hingenommen.
Die schönsten Dinge im Leben sind ein Geschenk, wie die Hilfe für mich aus der Nachbarschaft an einem Tag im Januar.

 

Wir beten:            Gott, wo ich Dich nicht erwarte, da zeigst Du Dich dennoch. Was ich nicht zu träumen wage, träumst Du in mir. Was ich kaum glauben kann, das hast Du vor Zeiten schon versprochen: Du bist da. Gott, deine Augen wachen über mich, auch wenn ich nicht wache.
Behüte mich, Gott, und führe mich sicher zum Frieden.

Wochenspruch: Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Psalm 103,2

Wochenpsalm:   Psalm 20

Wochenlied:       EG 333  –  Danket dem Herrn!

Download:              ANgeDACHT 2025-39

 

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen

Diakon Olaf Eggert