2026/01

Das ist die Jahreslosung für 2026. Im Eingangsbereich in den Zentralen Diensten und in manchen Einrichtungen hängt immer ein Plakat mit der jeweils aktuellen Jahreslosung. Bei dieser Jahreslosung habe ich mich gefragt: Wie lässt sich das bildlich umsetzen? In den Zentralen Diensten finden Sie eine grafische Übersetzung dieser Jahreslosung der Künstlerin Stefanie Bahlinger. Ich finde diese künstlerische Um­setzung ausgesprochen gelungen. Weiter unten möchte ich mit Ihnen teilen, was ich in dem Bild entdeckt habe. Aber schauen Sie erst einmal selbst; denn es ist ein offenes Kunstwerk, ganz verschiedene Interpre­tationen sind deshalb möglich.

Was sofort ins Auge fällt, das ist der große bunte Regenbogen. Der Regenbogen ist in der christlich-jüdischen Religion das Zeichen für die Treue Gottes zu den Menschen. Der Regenbogen ist das Symbol für den ewigen Bund, den Gott mit den Menschen nach der Sintflut geschlossen hat. In der Sintflut hat Gott alle Sünde hinweggespült und mit dem Regenbogen fängt eine neue Zeit an. Ein neues Kapitel zwischen Gott und den Menschen wird aufgeschlagen.
Der Regenbogen geht hier von links nach rechts. Auf der linken Seite ist der Hintergrund grau. Und der Regenbogen öffnet sich nach rechts in ein helles, warmes, gelbes Feld. Und in diesem gelben Feld erkennen wir nur ein leichtes Raster, leider nicht mehr. Denn wir wissen nicht genau wie diese Zukunft mit Gott aussehen wird, wie Gott alles neu macht. Auch in der Johannes-Offenbarung, der unser Losungswort entstammt, sind die Beschreibungen dazu sehr abstrakt.
Für den Seher Johannes ist aber klar, dass dann alles Leid ein Ende haben wird. Die Trauernden werden getröstet werden, die Armen werden versorgt sein, die Gefangenen werden befreit sein. Alle Not, jeder Krieg, jede Umweltzerstörung und jede Feindschaft werden ihr Ende finden.
Diese Zukunft fängt aber nicht erst morgen an, sondern heute schon. Diese Zukunft hat mit Jesus Christus bereits begonnen. So nimmt der Regenbogen in der grauen Gegenwart auf der linken Seite seinen Anfang und macht auch unsere Zeit bereits bunt, vielfältig und farbenfroh.
Ich erkenne in der Grafik ein über das ganze Bild gehendes weiß-goldenes Kreuz. Im Quer­balken dieses Kreuzes ist links im grauen Feld ein Stern zu sehen. Einen Stern über Bethlehem möchte ich darin erkennen. Mit Christus hat das Reich Gottes angefangen, hat Gott ange­fangen, alles neu zu machen. In seinem Tod und der Auferstehung ist alles Sterben, ist aller Tod in dieser Welt, ist alle Vernichtung und Zerstörung aufgehoben.
Wenn Sie genau hinschauen, dann erkennen Sie in dem grauen Bereich Wörter, mit Bleistift ganz zart eingelassen. Welche Wörter stehen da? Ich kann es nicht enträtseln. Ist das das Wort Gottes, das zu uns in die Zeit, durch die Bibel und durch jede:n Prediger:in spricht? Mir kommt das wie ein Auftrag vor. Wir Menschen müssen die Zeichen der Zeit auch deuten; wir müssen uns mühen, das Wort Gottes in unserer Zeit zu verstehen. Und: Es ist nicht alles eindeutig, manches ist rätselhaft, manches verstehen wir nicht und interpretieren es falsch. Das sollte uns demütig und tolerant machen. Wir haben „die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen“, sondern wir sind Suchende unter dem Regenbogen Gottes.

 

Ein gesegnetes Jahr 2026 wünscht Ihnen
Ihr Jörg Antoine