Jobshadowing bei der Lafim-Diakonie fördert Lernen über Grenzen hinweg

Im April durften Einrichtungen der Lafim-Diakonie zwei Hausleitungen der Liechtensteiner Alten- und Krankenhilfe begrüßen. Im Rahmen eines Jobshadowings begleiteten die Gäste Barbara Forrer und Anna Eggenberger für zwei Tage die Teams in den Evangelischen Seniorenzentren Emmaus-Haus in Potsdam, das Hasenheyer-Stift – inklusive des Besuchs einer Schulung der Klinikclowns – sowie in der Tagespflege Minna Schadow in Teltow. Ziel des Austauschs war es, Einblicke in den Arbeitsalltag zu gewinnen, voneinander zu lernen und unterschiedliche Perspektiven in der Pflege kennenzulernen.

Annegret Brigmann, Pflegedienstleitung des Evangelischen Seniorenzentrums Emmaus-Haus in Potsdam der Lafim-Diakonie, beschreibt die Begegnung als offen und bereichernd. „Wir hatten einen guten Austausch und eine gute Chemie. Es hat gleich gestimmt.“

Blick von außen stärkt bestehende Stärken

Während ihres Aufenthalts tauschten sich die Gäste intensiv mit Mitarbeitenden und Leitungskräften aus. Themen waren unter anderem Organisationsstrukturen, Kommunikationswege, Mitarbeiterentwicklung sowie Fragen der Mitarbeitendenbindung und -gewinnung. Die Gespräche boten Raum für Reflexion und ermöglichten es beiden Seiten, eigene Arbeitsweisen zu hinterfragen und neue Impulse mitzunehmen.

Dabei wurde deutlich, dass Pflegeeinrichtungen über Ländergrenzen hinweg vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Gleichzeitig eröffnet der Blick von außen neue Denkanstöße und stärkt das Bewusstsein für bestehende Stärken.

Jobshadowing: Gäste aus Lichtenstein zu Besuch bei der Lafim-Diakonie in Potsdam.

Jobshadowing: unsere Gäste Barbara Forrer und Anna Eggenberger aus Lichtenstein mit Annegret Brigmann, Pflegedienstleitung des Evangelischen Seniorenzentrums Emmaus-Haus.

Gemeinsamkeiten entdecken, Unterschiede verstehen

Im Vergleich der beiden Systeme zeigen sich viele Gemeinsamkeiten, etwa im Umgang mit Bewohnerinnen und Bewohnern oder in der Bedeutung sozialer Angebote. Unterschiede wurden vor allem in der organisatorischen Ausgestaltung sichtbar. Während es in Liechtenstein nur einen Träger für alle Einrichtungen gibt und viele Prozesse zentral geregelt sind, verfügen Einrichtungen der Lafim-Diakonie über vergleichsweise große Gestaltungsfreiräume vor Ort.

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile, sagt Annegret Brigmann. So berichteten die Gäste aus Liechtenstein, dass Sie nicht selbst Ihre Bewohner und Bewohnerinnen aussuchen können, während die Lafim-Diakonie von Anfang an mit den Angehörigen direkt in Kontakt steht.

Jobshadowing: Austausch und Einblicke bereichern

„Es würde zwar für uns viel Arbeit wegfallen, weil wir keine Gespräche führen und die Verträge nicht abschließen müssten. Aber gerade bei der Belegung von Doppelzimmern ist viel Feingefühl in den Gesprächen im Vorfeld notwendig. Es gibt also keine hundertprozentige Entscheidung für das eine oder für das andere“, sagt Annegret Brigmann.

Bei Rundgängen durch das Emmaus-Haus erhielten die Gäste Einblicke in verschiedene Wohn- und Betreuungsformen und kamen mit Mitarbeitenden, Auszubildenden sowie Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch. Am Ende der zwei Tage steht fest, dass das Jobshadowing-Projekt eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ist. „Das hat sich auf alle Fälle gelohnt, weil man Einblicke in Abläufe anderer Einrichtungen bekommt. Man kann also immer etwas für sich mitnehmen“, resümiert Annegret Brigmann. Das Jobshadowing fand im Rahmen des Erasmus+-Programms statt und unterstreicht die Bedeutung internationaler Kooperationen im Pflegebereich.