Dass Gottes Geist Menschen zur Hoffnung auf das Gelingen beflügelt, ist tief in der jüdisch-christlichen Tradition verwurzelt. Hier setzt auch der Wochenspruch für die Pfingstwoche an. Die Geistgabe Gottes hat eine große Kraft zur Veränderung. Es geht beim Heiligen Geist, der uns zu Pfingsten versprochen ist, um den Geist, den ich nicht selber machen kann. Den ich aber erbitten kann. Noch mal das Ganze – aber jetzt mit Gottes gutem Geist.
In den letzten Jahren erleben wir, wie Menschen und ganze Nationen mit dem Rücken zur Wand stehen. Vielen fällt dann nur noch Gewalt ein, oder bittere Worte – im schlimmsten Fall die Verachtung für alle Menschen, die anders sind als sie. Die sollen weg, sagen sie. Alles soll weg, was irgendwie anders ist.
Dabei brauchen wir doch das Andere, wir brauchen Andere. Es wäre ein Verhängnis, wenn alle nur noch gleich dächten und gleich handelten und ständig nur über alles andere schimpften. Das darf nicht sein. Wir brauchen die Vielzahl und die Vielfalt, wie sie auch in den vielen Völkernamen der biblischen Geschichte erklingen.
Wir brauchen andere, um an uns selber nicht zu verkümmern.
Ich glaube, dieser Geist Gottes ist zuallererst ein uns und die Menschen verbindendes Element. Eine Kraft, die in Menschen Vertrauen weckt. Vertrauen auf die in Menschen schlummernden Ressourcen und Fähigkeiten. Und darauf, dass sie es nicht allein schaffen müssen. Wo dieser Geist in die Menschen fährt, öffnet sich der Horizont, öffnet sich ein Fenster zum Himmel. Komm, guter, Heiliger Geist, bewege unsere Herzen. Weil Liebe weiterträgt als Gewalt oder Verachtung.
Wir beten:
Ahoi, du lebendig machende Kraft aus der Höhe,
ich möchte dir danken: Du hast dir etwas anderes überlegt für uns. Du hast versprochen,
dass es nicht immer so weitergehen soll wie früher. Du bist weit gegangen – bist in die Herzen deiner Jünger: innen hineingekrochen.
Ich bitte dich:
Lass deinen frischen Wind auch uns heute um die Ohren wehen. Komm, du Geist der Wahrheit und kehre in unsere Kirchen und Diakonie ein!
Gieß aus deinen Heiligen Geist! Und dann schick uns hinaus in diese Welt als Botinnen und Boten deiner Liebe.
Komm, Heiliger Geist, rühre unsere Herzen an,
dass wir im Leben auf dich, Gott, hoffen und
im Leben für dich, Gott, brennen.
Wir brauchen Achtung voreinander,
wir brauchen den Willen zum Frieden,
wir brauchen mehr Ausgleich zwischen Reichen und Armen.
Komm, Kraft aus der Höhe,
erfülle uns und deine Schöpfung,
weil du allein Anfang und Ziel allen Lebens bist.
Wochenspruch: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft. Sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth“. Sacharja 4,6B
Wochenpsalm Bl: Psalm 51
Wochenlieder: EG 126 „Komm Gott Schöpfer, Heiliger Geist“
Download: ANgeDACHT 2026-22
Zu Beginn der Pfingstwoche grüßt Sie herzlichst
Diakon Olaf Eggert