Mit einem festlichen Programm wurde am 3. Juni das 100-jährige Bestehen des Emmaus-Hauses in Potsdam gefeiert – ein Haus, das seit 1926 viele bewegte Zeiten erlebt hat: den Zweiten Weltkrieg, die deutsche Teilung, die Wiedervereinigung und vor einigen Jahren eine umfassende Sanierung.
Zahlreiche Bewohner:innen, Mitarbeitende, ehemalige Kolleg:innen sowie viele Gäste, die sich dem Haus eng verbunden fühlen, waren gekommen, um gemeinsam dieses besondere Jubiläum zu feiern. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Potsdamer Posaunenchor sowie von zwei Klinik-Clowns, die für heitere und zugleich berührende Momente sorgten. Ein besonderer Dank gilt der Lafim-Diakonie Services (LDS) für das Catering, die mit großem Engagement und hoher Professionalität maßgeblich zu dem sehr gelungenen Rahmen der Veranstaltung beigetragen hat.


Frank Eibisch, Theologischer Leiter, erinnerte daran, was die 60 Mitarbeitenden aus allen Bereichen hier seit vielen Jahren leisten:
„Ob Essenszubereitung, Pflege, Dokumentation und vieles, vieles mehr – unzählige Aufgaben werden hier jeden Tag und jede Stunde erfüllt, damit pflegebedürftige Menschen ein gutes und erfülltes Leben führen können. Ein Leben in aller Lebendigkeit.“ Diese Lebendigkeit wird auch durch die zahlreichen langjährigen Kooperationen des Emmaus-Hauses getragen.
Annegret Brigmann, Pflegedienstleiterin des Hauses, betonte, wie wichtig die Unterstützung durch die Klinik-Clowns, den Hundebesuchsdienst, die Rikschafahrer und die vielen Ehrenamtlichen für die Bewohner:innen sei. Sie alle tragen maßgeblich dazu bei, den Alltag der Bewohner:innen bunter, schöner und lebenswerter zu gestalten.
Eva-Maria Dressler, Geschäftsführerin Lafim-Diakonie für Menschen im Alter, nutzte diesen besonderen Tag, um allen Mitarbeitenden in sämtlichen Bereichen des Hauses ihren herzlichen Dank auszusprechen:
„Das Emmaus-Haus ist ein Ort der Gemeinschaft, der weit über die Stadtgrenzen Potsdams hinaus bekannt ist. Diese Gemeinschaft lebt von Menschen, die sich füreinander einsetzen. Unsere Mitarbeitenden haben das Haus durch viele schwierige Zeiten getragen – insbesondere durch die Pandemie, deren Auswirkungen viele noch immer spüren.“
Was gute und professionelle Pflege bewirkt, zeigt sich besonders eindrucksvoll am Beispiel des Bewohners Horst Riccius, der nur zwei Tage zuvor seinen 100. Geburtstag gefeiert hatte. Seine berührende Geschichte macht deutlich, mit wie viel Engagement die Mitarbeitenden die Bewohner:innen unterstützen und begleiten. Horst Riccius wurde 1926 in Wilhelmshorst bei Potsdam geboren. Viele Jahre lebte der Diplom-Ingenieur in Marl (Nordrhein-Westfalen), bevor er mit 75 Jahren in seine alte Heimat zurückkehrte.

Als er vor drei Jahren im Alter von 97 Jahren ins Emmaus-Haus einzog, war er nach einem schweren Sturz nicht mehr gehfähig und auf einen Rollstuhl angewiesen. Doch entgegen allen Befürchtungen gelang es ihm mit starkem Willen sowie der fachkundigen Unterstützung der Mitarbeitenden, Schritt für Schritt wieder auf die Beine zu kommen. Heute kann er sich wieder eigenständig mit dem Rollator fortbewegen und sogar kleine Spaziergänge im Garten des Emmaus-Hauses genießen.
Dafür sind sowohl Horst Riccius als auch seine Tochter sehr dankbar. „Ich komme hier gut zurecht und werde gut versorgt“, sagt er. Auch seine Tochter freut sich darüber, dass ihr Vater in diesem hohen Alter ein großes Stück Selbstständigkeit und Lebensqualität zurückgewonnen hat.

Angela Gossel und ihren Kollegen gilt besonders dieser Dank. Sie haben Horst Riccius in den vergangenen Jahren immer wieder motiviert und mobilisiert. Sie stehen beispielhaft für das, was das Emmaus-Haus ausmacht: eine gute und professionelle Pflege.
Angela Gossel ist stellvertretende Pflegedienstleiterin und arbeitet seit 27 Jahren im Emmaus-Haus. Sie kann sich nicht vorstellen, woanders zu arbeiten. „Ich schätze hier besonders das gute Miteinander. Man kann sich auf die Kolleginnen und Kollegen verlassen – hier gibt es ein gutes Geben und Nehmen.“
Doch eines liegt ihr besonders am Herzen: Sie wünscht sich, dass junge Menschen, die sich für den Pflegeberuf entscheiden, zuverlässig sind und diesen Beruf gewissenhaft machen. Deshalb erinnert sie die Auszubildenden immer wieder daran:
„Wir arbeiten mit Menschen.“
Diese Haltung prägt das Emmaus-Haus seit seinen Anfängen – und ist zugleich Angela Gossels Wunsch für die Zukunft.