Lukas 13,29

Ein Festmahl am großen Tisch. Menschen aus aller Herren Länder speisen zusammen, alle Gegensätze aufgehoben, egal welche Sprache man spricht, welche Religion, welche sexuelle Prägung, welche Hautfarbe. Menschen von überall her sitzen bei diesem Fest am Tisch. So malt es dieser eine Satz des Wochenspruches uns als Bild für das Reich Gottes vor Augen.
Aber das ist kein fernes Bild, das irgendwann kommt und mit dem wir nichts zu tun haben. Davor steht im Lukasevangelium nämlich die bange Frage der Menschen, wer denn nun eigentlich ins Reich Gottes kommt. Es sei eine enge Pforte durch die nur durchkommt, wer Jesus in seinem Leben wirklich gekannt hat, heißt es da. Das bedeutet ziemlich knallhart, nur wer wirklich an ihn geglaubt hat und sich im Leben auch so verhalten hat.
In merkwürdigem Gegensatz zum Bild von der engen Pforte, durch die nur wenige ins Reich Gottes kommen, steht dann plötzlich dieses andere Bild, mit dem das Evangelium das Jesajabuch zitiert, dass da wirklich jeder Mensch, egal woher, Platz am Tisch hat und eingeladen ist zu diesem Mahl.
Der Gegensatz hat Konsequenzen für unser Leben mitten in der Welt. Er wird zum Maßstab dafür, wer Jesus kennt, wer als Christ den Weg durch die schmale Pforte nimmt ins Reich Gottes. Wer nämlich nicht spaltend und ausgrenzend unterwegs ist, wer im irdischen Leben mit den Menschen von überall her auskommt, statt sie auszugrenzen oder abzuschieben, der findet den Weg, der macht schon jetzt das Reich Gottes sichtbar. Alles andere ist definitiv keine christliche Haltung. So knallhart sagt uns das Jesus im Evangelium. So wird der Anspruch formuliert an die ganz persönliche christliche Haltung aber auch unser konkretes Handeln im privaten, im gesellschaftlichen und im politischen Leben.
Christ:innen haben das Bild von diesem universalen Tisch vor Augen, an dem jeder Mensch Platz hat. Für diesen Glauben stehen sie ein, gegen jeden Alltagsrassismus und jede Diskriminierung erheben sie ihre Stimme und laden die Menschen schon jetzt ein an den großen Tisch des göttlichen Festmahls. Ich hoffe, Sie sind als Christ:in dabei.

 

Wochenspruch:         Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.  Lk 13,

Wochenpsalm:           Psalm 186,1-2.5-11

Wochenlied:               EG 293  –  Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden

Download:                   ANgeDACHT 2024-04

 

Zu Beginn der Woche grüße ich Sie herzlich

 

Pfarrer Matthias Welsch
Vorstand Personal und Diakonie, Lafim-Diakonie