…heißt es zu Beginn des 121. Psalms. Der begleitet mich. Besonders im Gebirge. Er trägt mich auf dem oft mühseligen Weg zum Gipfel und gibt Zuversicht. Zuversicht in meine eigene Kraft, den Aufstieg zu schaffen und die Zuversicht, dass Gott mitgeht. Wie steinig der Weg auch sein mag. Welche Gefahren er vielleicht mit sich bringt.
Die biblischen Texte dieser Woche sind auch solche Berggeschichten: Mose und der brennende Dornbusch auf dem Berg Horeb (2.Mose 3) und Jesus, der Petrus, Jakobus und Johannes mit auf einen Berg nimmt, wo ihnen Mose und Elia erscheinen (Matthäus 17). Berge sind hier Orte der göttlichen Offenbarung.
Für uns können Berge auch Offenbarungen bereithalten. Wer sich durch Nebel, Regen oder in sengender Hitze, über Stock und Stein durchs Gestrüpp nach oben kämpft, sieht in die Ferne. Der Rundumblick ermöglicht uns Ausblick und Einsicht. Da sieht man auf einmal klarer. Man erfasst ein größeres Ganzes, das auf dem Weg noch verborgen blieb. Es muss aber nicht immer ein Berg sein. Im Herbst besuchte ich eine Tagung in der Essener Zeche Zollverein. Hoch oben über der alten Kohlenwäsche bot sich ein toller Blick über das Areal. Wie eine riesige Murmelbahn sieht das aus. Eine gigantische Anlage, wo es ohne Verzahnungen nicht geht. Eine Maschine greift in die andere und dann schlägt das Herz und versorgt das Ganze. Dafür braucht es alle! Jede noch so kleine Position ist wichtig, jeder Mensch im gesellschaftlichen Gefüge wird gebraucht. Und jede:r muss Wertschätzung, Dankbarkeit und Anerkennung erfahren.
Wenn wir wieder hinabsteigen und an unseren Platz im Leben zurückkehren, sollten wir die Einsicht(en) dieser Bergerfahrung sicher in unseren Herzen bewahren und in unser tägliches Miteinander einfließen lassen – demütig und dankbar.
Zum Beginn der Woche grüße ich Sie herzlich aus den Zentralen Diensten in Potsdam.
Sabine Papies
Mitarbeiterin Stabsstelle Unternehmensentwicklung und diakonische Kultur
Lasst uns beten: Gott allen Lebens, Gott meines Lebens, du weckst in uns die Sehnsucht nach Neubeginn.
Lass uns miteinander gut leben, denn du bist schon unter uns.
Gib uns den Mut zu tun, was zum Frieden führt,
und lass uns deinen Segen für jede Stunde erwarten. Amen.
(aus „Alles hat seine Zeit“ 2024)
Wochenspruch: Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Jesaja 60,2b
Wochenpsalm: Psalm 97
Wochenlied: EG 450 – Morgenglanz der Ewigkeit
Download: ANgeDACHT 2024-05