Quirliges Treiben vor dem Schulhort. Fröhlich hopsen Kinder hinaus in die Sonne. Voll bepackt sind sie. Der schwere Ranzen über der einen Schulter. Über der anderen baumelt der Turnbeutel und zieht eine Furche in den Rasen. Manuel schleppt zusätzlich noch seinen Geigenkoffer und Lotte balanciert stolz ihre selbstgebaute Rakete über den Hof. Wie gut, dass da am Tor Papa oder Oma warten, die beim Tragen helfen. Logo, die Hände müssen ja frei sein für das Eis, dass es gleich auf die Faust gibt. Fast täglich sehe ich solche oder ähnliche Szenen und denke dabei oft an den Wochenspruch.
In der Lutherübersetzung wirkt die Aufforderung, die Paulus da an die Menschen in Galatien richtet, ziemlich herausfordernd. „Ich soll echt auch noch die Last der anderen tragen? Ich habe doch selbst schon genug auf den Schultern.“ In der Basisbibel ist der Satz ein bisschen anders übersetzt: „Helft einander, die Lasten zu tragen. So erfüllt ihr das Gesetz, das Christus gegeben hat.“ Aha! Ums Helfen und Mittragen geht es also. Es geht nicht darum, sich selbst alle Last der andern aufzubürden und dann im Zweifelsfall darunter noch zusammenzubrechen. Es geht darum, gemeinsam die Lasten des Lebens gerechter und auf viele Schultern zu verteilen. Dadurch wird es für alle etwas leichter. Wir Menschen müssen nicht die ganze Last der Welt tragen. Das hat bereits einer für uns alle getan: Jesus, der für uns den Kreuzestod starb, um uns freizumachen.
Die biblischen Texte dieser Woche ermutigen uns, aufeinander zu zugehen, einander beizustehen. Auf alte Wunden ein Pflaster der Liebe zu kleben und – da wo es möglich ist – einander zu vergeben. „Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Röm 12, 18+21)
In dem Vers, der dem Wochenspruch voran geht, sagt Paulus nämlich auch, wie wir es machen sollen mit dem Mittragen der Last anderer Menschen: „helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist.“ (Gal 6,1)
Lasst uns beten: Guter Gott, du hast den Menschen nach deinem Bilde geschaffen.
Wir bitten dich:
Lass das menschliche Miteinander ein Abbild deines göttlichen Friedens sein und hilf, dass die Völker der ganzen Welt zu der einen Menschheitsfamilie zusammenwachsen, zu der sie durch ihren gemeinsamen Ursprung berufen sind. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Wochenspruch: Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Gal 6,2)
Wochenpsalm: Psalm 42 – EG 723
Wochenlied: EG 428 – Komm in unsre stolze Welt oder
EG 495 – O Gott, du frommer Gott
Download: ANgeDACHT 2024-26
Eine Woche voll sanftmütigem Geist wünscht aus den Zentralen Diensten in Potsdam
Ihre Sabine Papies
Stabsstelle Unternehmensentwicklung und Diakonische Kultur