Von Demut ist da die Rede, was für ein schwieriges Wort. Demut klingt ja doch in den Ohren vieler Menschen nach Demütigung. Und dieses Gefühl wird dann vielleicht auch mit Christentum und Kirche verbunden. Eine Demütigung erfahren zu haben, das ist schlimm. Egal aus welchem Grund und niemandem zu wünschen, denn Demütigung hat mit gewaltsamer Erniedrigung zu tun, mit erzwungener Unterordnung. Nicht nur heute, auch damals zu Zeiten des biblischen Briefeschreibers wollte das niemand.
Also brauchen wir einen anderen Zugang zum Thema: Die Demut und der Demütige, der hier gemeint ist, der ist demütig aus freien Stücken, dessen Demut ist auch kein Zeichen von Schwäche und sie kann auch nicht erzwungen werden. Sie zeigt die Stärke von Menschen.
Ein Demütiger Mensch ist einer, der sich nicht über andere erhebt, der seine Stellung nicht gegenüber anderen ausnutzt, der auf Augenhöhe ist mit den Menschen. Um diese Haltung geht es. Demut ist deshalb auch eine Führungsstärke, wer andere Menschen anleiten will, wer sie auch im betrieblichen Kontext führt, der kann mit Demut ganz viel erreichen. Er redet mit seinen Untergegebenen auf Augenhöhe, der sucht nach Gleichheit und lebt die Freiheit der Kinder Gottes. Deshalb gilt diesen Menschen auch die Gnade Gottes.
Wer hochmütig alles besser weiß – und wem würde das nicht passieren, mich eingeschlossen, wer sich über andere erhebt, der muss mit Gottes Widerstand rechnen und tut sich auch selbst nicht Gutes. Gottes Gnade ist mit dem Demütigen, denn das ist die Haltung, die Christenmenschen einnehmen. Man kann das nicht lehren oder lernen, sondern nur ganz einfach ausprobieren. Diese Woche ist Gelegenheit dazu und vielleicht spüren Sie dann, wie stark das macht.
Wochenspruch: Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 1Petr 5,5b
Wochenpsalm: Ps 145 – EG 756
Wochenlied: EG 299 – Aus tiefer Not schrei ich zur Dir
Download: ANgeDACHT 2024-33
Zu Beginn dieser Woche grüße ich Sie herzlich
Pfarrer Matthias Welsch
Vorstand Personal und Diakonie, Lafim-Diakonie