Eine sogenannte Lobpreisung aus dem Schluss eines Briefes des Apostels Paulus an Timotheus steht als Überschrift über einer der letzten Wochen des Kirchenjahres. Dieser Lobpreis spart nicht mit Superlativen, die sich immer weiter verstärken und in der Ehre für die ewige Macht münden.
Warum so überschwänglich starke Worte am Ende des Briefes an einen leitenden Mitarbeiter der frühen Gemeinde?
Paulus hatte Timotheus vorher Hinweise für die gute Führung der Gemeinde gegeben und deutlich gemacht, dass eine christliche Gemeinde Leitung braucht. Paulus ist sich bewusst, dass das immer missbraucht werden kann und zu Konflikten führt. Manche konkrete Frage wird in dem Brief vorher angesprochen.
Vielleicht soll dieser Satz klar machen, dass sich gute Führung, gute Leitung bewusst ist, dass ihre Macht begrenzt ist, dass ihre Macht von Gott geschenkte Macht ist und dass sie deshalb niemals zum Selbstzweck werden darf. Das gilt in der Gemeinde, genauso wie in der Politik und in einem Unternehmen. Der Einzige, dem wirkliche Macht zukommt ist eben der Herr aller Herren, der allein unsterblich ist. Von da aus wird alle menschliche Macht sowohl relativiert als auch kontrolliert.
Gute Führung bleibt sich dessen bewusst, weiß um die eigenen Grenzen und Fehler, lässt sich kritisieren und sucht in einem guten Miteinander das Beste für das Ganze.
Der ausgesprochene Lobpreis auf den, der allein unser Herr ist, hilft sich dessen bewusst zu bleiben und kann Missbrauch von Macht verhindern.
Der Satz macht auch den Untergegebenen klar: es gibt nur einen Herrn über Leben und Tod. Alle Menschen, die Leitungsfunktionen übernehmen sind nur fehlbare Menschen. Genau deshalb sollte niemand scheu haben – auch nicht in der Lafim-Diakonie – ehrlich mit Vorgesetzten bis hin zum Vorstand zu sprechen.
Herzliche Einladung also, dies in dieser Woche einmal auszuprobieren.
(P.S. Nutzen Sie dafür auch gerne das offene Büro der Vorstände)
Wochenspruch: Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht. (1. Tim 6,15b.16a.c)
Wochenpsalm: Psalm 33,13 – 22
Wochenlied: EG 351 – Ist Gott für mich so trete
Download: ANgeDACHT 2024-45
Zu Beginn dieser Woche grüße ich Sie herzlich
Pfarrer Matthias Welsch
Vorstand Personal und Diakonie, Lafim-Diakonie