2. Korinther 5,10a

Das Kirchenjahr geht zu Ende. Und mit Buß- und Bettag in dieser Woche und dem Ewigkeitssonntag werfen wir in diesen Tagen den Blick auf große Themen. Leben und Tod, Umkehr und Buße, Gericht Gottes. Es ist Zeit der Bilanzen! Es gibt Worte in unserer Bibel, Worte, die Ansprüche an uns formulieren, die uns herausfordern, die uns deutlich machen, dass wir uns verantworten müssen für unsere Taten und Worte.
Die Worte des Wochenspruchs stehen im Zweiten Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth. Wir alle – so heißt es da – müssen offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. Wie können wir uns das vorstellen? Offenbar werden: Das klingt danach, dass alles ans Licht kommt. Wir können und müssen da nichts mehr verstecken. Keine Lüge, kein Ausweichen, keine Ausreden mehr. Und Richterstuhl klingt nach Urteil. Es gibt Verbrechen in der Welt, da wünschen sich auch Menschen, die nicht gläubig sind, dass es das letzte Gericht geben sollte. Es sind wohl vor allem die besonders schweren und abscheulichsten Verbrechen, wie zum Beispiel: Die Verbrechen im Dritten Reich – Kriegsverbrechen – Terror – Vergewaltigung – Kindesmissbrauch …
Ganz besonders intensiv kommt der Wunsch nach einer “höheren Gerechtigkeit” auf, wenn es scheinbar keine weltliche Gerechtigkeit gibt, wenn der Täter sich der Strafe irgendwie entziehen kann. Dann reden wir oft von der Ungerechtigkeit in der Welt.
Sich selbst Rechenschaft ablegen, wenn man gläubig ist, auch vor Gott, ist eine Möglichkeit, das eigene Leben in eine gute Richtung zu lenken. Wenn wir uns selbst prüfen, uns sozusagen vor dem letzten Gericht verantworten, dann können wir unser Leben neu ausrichten. Wir können erkennen, was wir falsch gemacht haben, wo wir schuldig geworden sind, wo wir uns bessern können. So haben wir die Möglichkeit, uns zu verändern. Veränderung kann dazu führen, dass gestörte Beziehungen zu Freunden, Kollegen … wiederhergestellt werden können, dass Frieden in unser Leben kommt, dass wir gesünder leben, das Gewissen erleichtert wird und noch viele andere gute Entwicklungen angestoßen werden.

 

Wir beten: Gott, wir danken Dir! Du machst uns frei, andere nicht zu richten, sondern liebevoll aufeinander zu schauen. Herr, wie oft urteilen wir übereinander? Wir stecken Menschen in Schubladen, auch in die Kategorien: Mag ich nicht. Ist schlechter als ich. Nervt mich.
Wir bitten dich für unsere Welt, dass deine Liebe immer größer werde in ihr und wir den Spuren deiner Liebe folgen: Herr, lehre uns mit Deinen Augen sehen.
Im Vertrauen auf Deine Gerechtigkeit nennen wir Dir in der Stille Namen von Menschen, denen wir nicht genug Aufmerksamkeit zukommen lassen haben, nicht genug Zeit, nicht genug Mühe oder die wir abgeurteilt haben. Heile Du, was zwischen uns zerbrochen ist: Herr, lehre uns mit Deinen Augen sehen.

Wochenspruch: Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. (2. Korinther 5,10a)

Wochenpsalm:   Psalm 51 – EG 727

Wochenlied:        EG 378 – Es mag sein, dass alles fällt

Download:            ANgeDACHT 2024-47

 

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen

Diakon Olaf Eggert
Stabsstelle Christliches Leben