Joh 1,14b

Zwischen den Jahren. Zeit für Rückblick und Ausblick. Revue passieren lassen all der Herausforderungen des vergangenen Jahres aber auch gute Vorsätze für das neue Jahr. Das ist das Thema dieser Woche für viele persönlich, aber auch in den Medien.

Zwischen den Jahren – das ist dann aber auch so ein seltsamer Schwebezustand. Nach den Weihnachtstagen noch etwas erschöpft, aber auch etwas ruhiger am Arbeitsplatz. Das letzte Jahr ist eigentlich gelaufen und das Neue hat eben noch nicht angefangen. Vielleicht berührt uns diese Zeit deshalb noch einmal anders.

Der Wochenspruch der Woche nimmt das auf und lädt diese Schwebe gleichzeitig positiv auf und lässt unseren Blick nach vorne hoffnungsfroh werden.

Im Kind in der Krippe ist sie zu uns gekommen, die Herrlichkeit Gottes. Der Glanz, die Freude -ja die grundlegende Bestimmung unseres Seins ist uns begegnet. Gnade und Wahrheit nennt das das Johannesevangelium. Das alte Wort Gnade, das vom juristischen Begnadigen herkommt, meint, dass wir so wie wir sind mit unseren Stärken und Schwächen von Gott angenommen und wertgeschätzt sind. Begnadet und begnadigt sozusagen, so gehen wir aus dem alten in das neue Jahr. Wir haben nicht alles geschafft, was wir wollten und tolle Erfolge gefeiert, wir werden gute Vorsätze haben und doch nicht ans Ziel kommen. Und bei all dem gilt, weil wir Gottes Herrlichkeit in der Krippe gesehen haben, dürfen wir gewiss sein, dass wir gut sind, wie wir sind.

Die Gnade und die Wahrheit stehen hier zusammen. Bei Gott ist die Wahrheit. Jeder von uns sieht aus seiner Perspektive immer nur einen Teil der Wahrheit sowohl über uns selbst als auch über andere. Weil das so ist, sind wir der Gnade bedürftig und können und sollen wir auch anderen gegenüber gnädig sein. Das bedeutet dann zu akzeptieren, dass es aus menschlicher Sicht immer verschiedene Perspektiven der Wahrheit gibt und wir die ganze Wahrheit für uns nicht beanspruchen können, da sie allein bei Gott ist. Seine Gnade ist möglich, weil er die Wahrheit kennt.

Wir haben seine Herrlichkeit gesehen. Deshalb können wir frohen Mutes, mit der Zuversicht, dass der gnädige Gott uns liebt und kennt in die Zukunft blicken und das neue Jahr mit Segen beginnen. In diesem Sinne fühlen Sie sich gesegnet in dieser Zeit zwischen den Jahren.

 

 

Wochenspruch:         Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Joh 1,14b

Wochenpsalm:          Ps 71,1–3.12.14–18

Wochenlied                EG 34 Freut Euch Ihr Christen
oder
EG 36 Fröhlich soll mein Herze springen

Download:                   ANgeDACHT 2024-52

 

Herzliche Grüße und einen gesegneten Start ins neue Jahr

 

Pfarrer Matthias Welsch
Vorstand Personal und Diakonie, Lafim-Diakonie