Mit dem Wochenspruch aus dem Matthäusevangelium (20,28) begrüße ich Sie herzlich mit diesem ANgeDACHT. Jesus sagt: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele“. Dieser Satz Jesu führt ihn ans Kreuz, er wird verurteilt und verspottet, niemand schafft ihm Recht.
Dienen wir einander, wenn ein Beschäftigter der Werkstatt auf einem Außenarbeitsplatz zig Kisten am Tag schleppt, um die Supermarktregale aufzufüllen; eine Führungskraft der Lafim-Diakonie sich den Kopf über die Zukunft ihres Geschäftsbereiches zermartert; ein Mitarbeiter der Haustechnik seine tägliche Runde um die Einrichtung geht und Müll einsammelt; eine Mitarbeiterin sich eine Liste macht, dass jeden Tag ein Angehöriger einen Bewohner anruft; eine Beauftragte für Christliches Leben und Diakonie von Bett zu Bett geht, mit den Menschen betet, ihnen aus der Bibel oder Zeitung vorliest, manche Hoffnung im Sterben gibt. Welche Bilder kommen ihnen vor Augen, wenn sie ans Dienen denken?
Das Wort taucht wahrscheinlich gar nicht so häufig in unserem Alltagsgesprächen auf und dennoch passiert es täglich. Uns wird gedient. Wir dienen anderen in der Lafim-Diakonie. Jesus zeigt uns viele Bilder über sein dienendes Herz. Jesus stellt die Weltprinzipien auf den Kopf und sagt seinen Jüngern: „Wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht“. Dienen ist die aktive Lebenseinstellung, die immer wieder danach fragt: Wie kann ich den anderen stärken, befähigen, fördern? Jesus diente den Menschen auf vielfältige Weise: Er half ihnen, ihr Leben zu ordnen, zu Gott umzukehren, machte ihnen Gott bekannt, heilte sie, schenkte ihnen Aufmerksamkeit und Wertschätzung, Achtung und Liebe, er feierte, lachte und weinte mit den Menschen, lehrte sie, betete für sie. In all dem machte er die Menschen nicht kleiner, sondern größer. Er machte sie nicht schwächer, sondern stärker. Das Prinzip des Dienens, das Jesus uns lehrt heißt: den anderen höher achten als sich selbst, höher als all unsere Aufgaben und To-Do-Listen! Ein dienendes Herz schlägt im Verborgenen – ohne großen Applaus, meist ungesehen, aber mit Freude, mitten im Alltag. Ein dienendes Herz fragt sich: Was kann ich meinem Gegenüber Gutes tun?
Wir beten: Gott, in Deinem Sohn Jesus Christus hast Du unschuldig gelitten, um uns zu erretten. Du hältst an der Liebe zu uns fest, in dieser Liebe wollen wir bleiben und Jesu Weg folgen.
Gott, Du bist in diese Welt gekommen, um mit uns zu leben, und gingst für uns in den bitteren Kreuzestod.
Du bist nicht gekommen, um zu herrschen und dir dienen zu lassen, sondern um zu dienen. Du hast uns gezeigt und vorgelebt, was lebensdienlich ist.
Gott, hilf uns, hinzusehen und zu handeln:
wo Unschuldige geopfert werden; wo Menschen, die sich nicht wehren können, verspottet werden; wo für die Mächtigen ein Menschenleben nichts zählt; wo Angehörige zusehen müssen, wie ihre Liebsten leiden.
Gott, Quelle allen Lebens, verbanne den Tod aus unserer Welt und gib denen, die den Tod bringen, einen neuen Geist und ein neues Herz. Auf Dich hoffen wir.
Wochenspruch: Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. (Matthäus 20,28)
Wochenpsalm: Psalm 22 – EG 709
Wochenlied: EG 97 – Holz auf Jesu Schulter
Download: ANgeDACHT 2025-15
Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
Diakon Olaf Eggert
Unternehmensentwicklung und Diakonische Kultur