Die Hoffnungsbotschaft von Ostern hallt noch in uns nach in dieser ersten Woche nach Ostern. Der Sonntag trägt den sperrigen Namen Quasimodogeniti und ist doch wunderschön in seiner Bedeutung: Wie die Neugeborenen. Nach Gottes großer Barmherzigkeit sind wir wiedergeboren zur lebendigen Hoffnung.
Vielleicht hatten auch Sie einmal das Glück, in die Augen eines neugeborenen Kindes zu blicken. Frisch gelandet, noch erschöpft vom anstrengenden Weg hinein in die Welt, aber doch mit einem wachen Blick und weit geöffneten Augen schauen Neugeborene in den ersten 30-45 Minuten nach der Geburt in die Welt. Dieser Augenblick ist wichtig für die Bindung zwischen Mutter und Kind. Wen dieser Blick trifft, kann kaum anders als sich Hals über Kopf zu verlieben. Wenn dazu dann noch der Hautkontakt kommt, wird die Liebe auch spürbar. Greifbar.
Auch Thomas, der Zweifler, von dem im Evangelium dieser Woche die Rede ist, glaubte erst an die Auferstehung Jesu Christi als er die Wunden des Auferstandenen berührte. Manchmal wollen auch wir etwas berühren und anfassen, um verstehen und begreifen zu können. Berühren und sich berühren lassen. Dann sind wir neugierig wie die neugeborenen Kinder. Staunend stehen wir vor dem Geheimnis, welches wir nicht sehen können. Aber wir spüren es und können uns davon berühren lassen.
Martin Luther bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt.“ Das kann der Blick in staunende Kulleraugen sein oder ein niedlicher Satz aus dem Kindermund, wenn ein kleines Mädchen die Mama in der Tram laut fragt: „Mama, bist du eigentlich auch eine Schnäpschenjägerin?“
Lasst uns beten: Gott, ich möchte so gerne ruhig werden, doch in mir ist Unruhe.
Ich möchte gerne innehalten, aber der Lärm meiner Gedanken ist laut.
Ich möchte auf dich hören, aber meine Ohren sind überlastet von weltlichen Tönen.
Hilf mir zu schweigen und ruhig zu werden, damit ich deine Nähe spüre. Amen.
(Brigitte Goßmann)
Wochenspruch: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1.Petrus 1,3)
Wochenpsalm: Ps 116,1–9.13 (EG.E Nr. 96)
Wochenlieder: EG 108 – Mit Freuden zart oder EG 117 – Der schöne Ostertag
Download: ANgeDACHT 2025-18
Ich wünsche Ihnen die staunenden und lachenden Augen eines Kindes – in dieser Woche und darüber hinaus.
Sabine Papies
(Mitarbeiterin Stabsstelle Unternehmensentwicklung und diakonische Kultur)