Endlich Sommer, Ferien, Reisezeit! Auch wenn man vielleicht daheimbleibt, sucht man doch das, was am Reisen das Allerbeste ist: den Abstand zum Alltäglichen. Die Deutschen reisen, hieß es neulich in einer Meldung, als gebe es kein Morgen. Nur weg von hier, scheint das Motto des Sommers. Darum wird schon möglichst früh gebucht: Spanien, Türkei, Nordsee oder etwas anderes, Entlegenes. Hauptsache, es kommt zu diesem Abstand vom Alltäglichen. Das ist ein Muss.
Auch Jesus wusste das. Er hatte ja auch einen Alltag, der bisweilen sehr an­strengend war. Er zog mit seinen Jüngerinnen und Jüngern umher, lehrte die Menschen, ließ sich gerne mal zum Essen und Plaudern in ein Haus einladen, bis es ihm dann zu viel wurde. Dieses Zuviel erzählt uns Matthäus (14,23) in der Bibel: Als Jesus das Volk hatte gehen lassen, stieg er auf einen Berg, um für sich zu sein und zu beten.
Abstand muss sein, auch bei Jesus. Nach so viel Volk braucht Jesus Abstand. Ob er nur gebetet hat? Vielleicht saß er auch auf dem Berg und schaute einfach nur ins Tal. Um Abstand vom Alltag zu bekommen, müssen nicht unbedingt Koffer gepackt werden, um dann ins Ausland zu fliegen. Man kann auch daheim Abstand finden. Beim Waldspaziergang, an einem See, in der schönen Eck­kneipe und an allen Orten, wo es möglichst unaufgeregt zugeht – und nicht zu trubelig.
Aber natürlich kann man auch groß verreisen. Wenn man dann in fremden Landen oder an fremden Orten ist, sollte man nicht einfach das Leben von zuhause fortsetzen, sondern sich bemühen, anders zu leben und ein wenig anders zu sein. Dann wird Reisen zum Segen.
Früher gab man Menschen einen Segen mit, wenn sie das Haus zu einer Reise verließen. „Geh mit Gott“, sagt man dann; oder: „Deine Wege seien gesegnet“. Menschen wussten, dass das Gelingen nicht nur an ihnen selbst, sondern auch an der Hilfe Gottes liegt. An diesem Wissen hat sich nichts geändert – aber der Reisesegen ist trotzdem weitestgehend verschwunden. Leider. Aber sein Inhalt nicht: Wir sind des Schutzes bedürftig. Wer jetzt auf Reisen geht – wenn auch nur zum See nebenan – möge Gottes Nähe und Schutz erfahren. Und wer Abstand zum Alltag sucht, möge ihn finden. Und dann vielleicht zu sich und anderen sagen: Das Leben ist schön!

 

Wir beten:                  Gütiger Gott, du schenkst uns den Sommer, das Reisen, den Abstand zu uns selber. Lass es einen Sommer aus deiner Gnade sein,dass wir uns finden und dich erkennen, der du unsere Mutter und unser Vater bist. Dein ist das Reich, Gott, das Reich der Liebe, in dem wir leben und lieben dürfen. Amen.

Wochenspruch:      So spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein                                    Jesaja 43,1

Wochenpsalm:        Psalm 21

Wochenlied:             EG  209  –  Ich möcht, dass einer mit mir geht

Download:               ANgeDACHT 2025-31

 

 

Eine gesegnete Urlaubs-, Reise- und Sommerzeit wünscht Ihnen

Diakon Olaf Eggert