Die eigene Geschichte – so steht es auf der Stützwand der Hamburger Kunst­halle, die über den Gleisen des Hamburger Hauptbahnhofs thront. Der Schriftzug besteht aus gelben Leuchtbuchstaben. Man kann ihn von den Bahnsteigen aus lesen oder wenn man in einem Zug sitzt, der in den Bahn­hof einfährt. Der Halbsatz steht einfach da – ohne jeden Kommentar, ohne jeden Hinweis, ohne jede Weiterführung, ohne jedes ergänzende Verb wie „verstehen“; „erkennen“, „deuten“, „schreiben“.
Die Künstlerin Barbara Schmidt Heins montierte drei dieser Wortbotschaften an drei Standorten entlang der Bahnlinie zwischen Altona und Harburg und sie ließ offen, wie der Halbsatz weitergehen kann. Sicher ist nur, dass diejenigen, die die Worte lesen, den Halbsatz selbst vervollständigen müssen. Nur so bekommt der Halbsatz einen Sinn.
Die eigene Geschichte spielte für Jesus von Nazareth eine große Rolle. Er war kein Mann, der aus dem Nichts zum Prediger wurde. Er war vielmehr ein Mann des Judentums. Fest verwoben mit den religiösen Traditionen seiner Zeit. Er besuchte die Synagoge. Er hörte und kannte die heiligen Texte der Thora und er fühlte sich von Kindesbeinen an im Tempel und in der Synagoge zu Hause. Jesus war kein Schriftgelehrter, keiner, der von Amts wegen mit der Thora umging. Er war ein Mann, der an das glaubte, was in den Schriften stand. Und er war einer, der immer wieder kritisch hinterfragte, ob Wort und Tat der Glaubenden miteinander in Einklang standen.
Die eigene religiöse Geschichte und der eigene Glaube passen für Jesus mit der Wirklichkeit im Tempel nicht zusammen.  Hier soll gebetet werden. Hier soll man Gott nahe sein können. Doch es herrscht die Betriebsamkeit eines Kaufhauses. Da rastet Jesus aus.
Die eigene Geschichte, meine Religion, meine Erziehung: Das alles prägt mich. Meine Prägungen lehren mich, was ich für richtig und für falsch halte. Gerade in Glaubensdingen frage ich mich oft, ob ich den christlichen Werten gemäß lebe und ob ich in einer Diakonie arbeite, in der Wort und Tat in Einklang sind. Wie geht es Ihnen?

 

Wir beten:                         Gott, zu Dir kommen wir mit unseren Bitten. Gott, Grenzen zu überwinden, dass Menschen aus allen Kulturen und Religionen einander in Freundschaft die Hände reichen. Gott, hilf, Terror und Krieg zu beenden, dass das Land zwischen Euphrat und Tigris erblüht und wächst und die Menschen darin friedlich leben. Gott, hilf, Angst und Schmerz, Verzweiflung und Fragen in Zuversicht und Hoffnung zu verwandeln. Gott, zeige aller Welt Deine Macht der Liebe.

Wochenspruch:             Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Epheser 5,8b.9)

Wochenpsalm:                Psalm 14

Wochenlied:                    EG 262  –  Sonne der Gerechtigkeit

Download:                        ANgeDACHT 2025-33

 

Einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen
Diakon Olaf Eggert