„Übung macht den Meister.“ Wer kennt ihn nicht diesen Satz? Als Ermutigung gedacht und doch oft zur Entmutigung geworden. Bei der Rückwärtsrolle im Sportunterricht etwa. Was habe ich geübt und geübt. Und was soll ich sagen. Eine Meisterin der Rückwärtsrolle ist aus mir nicht geworden. Es gab aber auch noch keine Situation in meinem Leben, wo ich dachte: „Mensch, jetzt wäre eine sauber geturnte Rückwärtsrolle hilfreich.“ Wer ein Instrument spielt, weiß, wie mühsam der Übungsweg dahin mitunter war. Wer ein Instrument lernt, braucht Ausdauer, beständige Ermutigung und vor allem Geduld. Wer ein Kind bei den ersten Versuchen auf Geige oder Blockflöte begleitet, braucht zudem noch starke Nerven. Bei Micha steht nun aber, wir sollen Liebe üben. Wie kann das denn gehen? Kann ich die Liebe üben? Sprachlich ist hier gemeint, dass wir Liebe geben, Liebe verteilen sollen. Und doch finde ich, dass wir zwar nicht die Liebe, wohl aber das Lieben üben, also lernen, können. Das passiert im besten Fall ganz natürlich, z.B. unter Geschwistern. Da wird dann das Teilen gelernt. Ein Akt der Liebe. Um Verzeihung bitten und Verzeihen will gelernt werden. Ein Akt der Liebe. Zuhören kann man lernen. Ein Akt der Liebe. Jeden Tag aufs Neue üben. Liebe üben. Liebevolle Zuwendung üben. Im Kleinen, im Alltäglichen damit beginnen, denn:
„Alles muss klein beginnen, lass etwas Zeit verrinnen. Es muss nur Kraft gewinnen, und endlich ist es groß.“ (Gerhard Schöne)
Dann kann die Liebe wachsen und reichlich verteilt, also geübt, werden. Sie ist uns geschenkt von Gott und Gott fordert uns auf zum Teilen, Üben, Schenken…
Ich wünsche Ihnen im besten Wortsinne ein liebevolle Woche und grüße herzlich aus den Zentralen Diensten.
Sabine Papies
(Mitarbeiterin Stabsstelle Unternehmensentwicklung und diakonische Kultur)
Lasst uns beten: Wir danken dir, HERR, unser Gott, dass du uns deine Barmherzigkeit und Treue zugesagt hast. Wir bitten dich, geleite uns mit deiner Güte durch diesen Tag. Gib, dass wir unser Werk mit Freuden anfangen, und lass uns gelingen, was uns aufgetragen ist. Gib uns Kraft, dass wir uns bewähren als deine Zeugen. Mache uns unbeirrbar in der Liebe und in der Geduld. Lass uns treu sein in den großen und den kleinen Dingen unseres Lebens. Amen. (EG 876)
Wochenspruch: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6,8)
Wochenpsalm: Ps 119,1–8.17–18
Wochenlied: EG 295: Wohl denen, die da wandeln
oder EG 408: Meinem Gott gehört die Welt
Download: ANgeDACHT 2025-45