2. Korinther 5,10a

Das Kirchenjahr geht zu Ende. Und mit Buß- und Bettag in dieser Woche und dem Ewigkeitssonntag werfen wir in diesen Tagen den Blick auf große Themen. Leben und Tod, Umkehr und Buße, Gericht Gottes. Das sind keine kuscheligen Themen. Und doch gibt es auch diese Worte in unserer Bibel. Worte, die Ansprüche an uns formulieren, die uns herausfordern, die uns deutlich machen, dass wir uns verantworten müssen für unsere Taten und Worte.
Der Spruch dieser Woche aus dem 2. Korintherbrief thematisiert das Gericht Gottes. Wir alle – so heißt es da – müssen offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. Wie können wir uns das vorstellen?
Offenbar werden: Das klingt danach, dass nun alles ans Licht kommt. Wir müssen da nichts mehr verstecken. Keine Lüge, kein Ausweichen, keine Ausreden mehr. Und Richterstuhl klingt nach Urteil. Da wird also ein Urteil über uns gesprochen. Ich kenne Gerichtsverhandlungen fast nur aus Filmen. Was da so alles ans Tageslicht kommt, was da alles rauskommt. Vor Christus als Richter ist es noch mal ganz anders.
Er weiß alles über uns Menschen, nichts ist ihm verborgen.
Ich muss ehrlich sagen, solche Verse haben mir als Jugendlicher immer Angst gemacht. Ich wusste, so wie ich bin, kann ich im Gerichtssaal Christi nicht bestehen. Jesus ist ohne Sünde, ich natürlich nicht. Heute habe ich keine Angst mehr. Ich bin zwar immer noch Sünder, aber ich kann vor Gott bestehen. Das liegt allein daran, dass Jesus alle meine Sünde auf sich genommen hat. Deshalb ist er ja am Kreuz für uns Menschen gestorben. Weil Jesus für mich gestorben und auferstanden ist, weil er alle meine Sünden auf sich genommen hat, habe ich keine Angst mehr vor dem Gericht Gottes.
Auch der junge Mönch Martin Luther spürte, dass er mit seinem Leben den Anforderungen und Erwartungen des Wortes Gottes nicht genügen kann. Für den jungen Mönch ist schließlich die Lektüre des Römer-Briefes der Ausweg. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben (Röm 3,28).  Wir sind – im Glauben an Jesus Christus – Freigesprochene!

Wir beten:                         Gott, Du bist größer als unser Herz. Auch wenn wir oder andere mit uns ungnädig und unfreundlich umgehen, so blickst Du uns voller Liebe und Güte an – als liebender Vater, als fürsorgliche Mutter. Dafür danken wir Dir und bitten Dich, dass wir Deinen liebevollen Blick spüren an jedem Tag unseres Lebens.

Wochenspruch:             Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi      (2. Korinther 5,10a)

Wochenpsalm:               Psalm 69  –  EG 731

Wochenlied:                    EG 376 –  Es mag sein, dass alles fällt

Download:                       ANgeDACHT 2025-47

 

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
Diakon Olaf Eggert