Joh 1,14

Wir befinden uns jetzt in der sogenannten „Zeit zwischen den Jahren“. Damit wird die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bezeichnet. Eine nicht mehr ganz verständliche Redewendung, die daher kommt, dass das alte Jahr noch am 24. Dezember abschloss.
Wenn Sie in diesen Tagen Weihnachten noch etwas in sich nachklingen haben und noch nicht in der Silvestervorbereitung stehen – also etwas Zeit haben und nicht so recht wissen, was Ihnen jetzt gut tut –, dann möchte ich Ihnen einen Film empfehlen, der mich beim zweiten Sehen noch mehr berührt hat als beim ersten Sehen:
„BACH – Ein Weihnachtswunder“
Den Film finden Sie in der ARD-Mediathek. Der Film erzählt fiktiv von der Entstehung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach in den Tagen vor Heiligabend 1734. Der Film hat viele Facetten und Anstöße zum Weiterdenken. Zwei möchte ich mit Ihnen hier teilen:
Der Film beginnt und endet mit Szenen zu dem Bach-Sohn Gottfried. Gottfried ist autistisch und hat eine besondere Gabe dafür, Musik und Stimmungen einzufangen. Am Anfang folgen wir mit dem Kamerablick einer Schneeflocke in das vorweihnachtliche Leipzig; die Schneeflocke wird von Gottfried mit den Augen und dann mit der Hand eingefangen. Die Schneeflocke ist – genau betrachtet – ein ästhetisches Wunder; mithilfe von Gottfrieds Sensibilität für das Wunderbare können auch wir es sehen.
Der Film endet mit der Aufführung des Weihnachtsoratoriums, das Bach gegen viel Widerstand und mit viel Glück doch noch zur Erst-Aufführung am ersten Weihnachtstag bringen kann. Gottfried drückt spontan aus, was auch andere empfinden: Er ist ganz beseelt von dieser Musik, dem Orchester, dem Chor, und schwebt tanzend durch das Kirchenschiff. Selbst dem Opponenten von Bach, dem Stadtrat Adrian Stieglitz, der die Aufführung verhindern wollte, stehen die Tränen vor Rührung in den Augen.
Bach ist Stieglitz und dem Stadtrat zu „opernhaft“. Ein Versuch des Ausgleichs in den Tagen vor Weihnachten endet katastrophal in einem Streit-Gespräch zwischen Bach einerseits und Stieglitz und dem Superintendenten andererseits. Und hier wird deutlich, was Bachs Schaffen bewegt hat: „Zur Ehre Gottes“ wahrhaftige Musik zu machen.
Bachs Weihnachtsoratorium soll zum Ausdruck bringen, was Worte allein nicht auszudrücken vermögen: eine unendliche Freude über das Wunder der Weihnacht. Gott ist Mensch geworden. Eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit. Diese Freude ist der fulminante Start des Johannes-Evangeliums, wo unsere Wochen-Losung steht, und mit dieser Freude startet das Weihnachtsoratorium mit einem Riesenlärm – mit Pauken und Trompeten und einem gewaltigen Chor: „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage, rühmet, was heute der Höchste getan!“
Ach, hören Sie es, wenn Sie Zeit und Lust dazu haben. Jetzt zu sehen und zu hören in der ARD-Mediathek.


Wir beten:                 
Mein Gott des Friedens, der Gnade und der Freude, im Kind der Maria lässt Du mich Deine Herrlichkeit schauen.
Öffne mir die Augen für dieses Geschenk.
Öffne mir den Mund zum Lobgesang.
Öffne mir das Herz für deine Gegenwart.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen

Wochenspruch:      Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit (Joh 1,14)

Wochenpsalm:        Psalm 71  –  EG 732

Wochenlied:             EG 36  –  Fröhlich soll mein Herze springen

Download:                 ANgeDACHT 2026-01

 

Einen fröhlichen Wochenstart und besinnlichen Ausklang des Jahres wünscht Ihnen Ihr

Jörg Antoine
Kaufmännischer Vorstand