„Heute haben wir wieder einmal aus dem Vollen geschöpft!“ Wer das von sich behauptet, erkennt meistens wie wenig selbstverständlich das ist. Und um Mangel und Überfluss geht es auch im Predigttext des vergangenen Sonntags. Genau wie der Wochenspruch, stammt er aus dem Johannesevangelium. Schon im 2. Kapitel wird von Jesu erstem Wunder berichtet, das sich auf einer Hochzeitsfeier in Kana ereignet. Ein großes Fest wird gefeiert und der Wein ist ausgegangen, das ist peinlich und kann die ganze Festfreude trüben. Von seiner Mutter gebeten, rettet Jesus die Feier: Aus Wasser wird ganz wunderbarer Wein.
Manchmal kommen Wunder völlig unverhofft und das vielleicht sogar öfter als uns bewusst wird. Manchmal nehmen wir die Fülle der Gnade Gottes sehr bewusst wahr. Doch wir kennen auch die anderen Momente, wenn Menschen auf ein Wunder hoffen und nach Gottes Hilfe rufen und keiner Wunder geschieht. Wo ist er in diesen schwierigen Zeiten? Daran reibe ich mich schon mein ganzes Glaubensleben. Und doch: Diejenigen, die nach Gott suchen, ahnen die Fülle, die Gott ihnen verheißt.
Über unserem Leitbild steht der Bibelspruch: „Und dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. (1. Petrus 4, 10) Wenn unsere Gaben zu Quellen der Freude und Stärke für uns und andere werden, dann loben wir den, der uns damit beschenkt hat und die Fülle der Gnade Gottes wird sichtbar und erlebbar.
Gebet: Gott, segne mich und leite mich auf meiner Suche nach einem erfüllten Leben. Lass mich deine Nähe spüren, lass mich zum Segen für andere werden. AMEN!
Wochenspruch: Von seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade (Joh. 1,16)
Wochenpsalm: Ps 105,1-8
Wochenlied: EG 74: – Du Morgenstern, du Licht vom Licht
oder EG 398 – In dir ist Freude
Download: ANgeDACHT_2026_3
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche
Anette Schmidt
Diakonische Kultur