Gestern ist die Weihnachtszeit im Kirchenjahr zu Ende gegangen. Die Zeichen der Weihnacht sind wieder verpackt oder entsorgt: Sterne, Krippe, Tannenbäume. Was bleibt ist das Licht, das uns wärmt; das Wort der Hoffnung: „Fürchte dich nicht!“ Die Sehnsucht nach Frieden, die in unseren Herzen wohnt. Heute blicken wir noch einmal zurück, um nach vorne zu gehen, obwohl wir längst in der „realen Welt“ angekommen sind. Denn „das Leben ist eben kein Ponyhof“, heißt es ja sprichwörtlich.
Gottes Herrlichkeit kommt aus dem Gestern, aus der heilen Welt. Und sie steht über dem Morgen, mit ihren Herausforderungen, Aufgaben und Sorgen. Ein Zuspruch für den Übergang. Wir suchen in der realen Welt, die von Krisen und Unsicherheiten geprägt ist und immer komplexer wird, heilsame Orte. Bilder einer heilen Welt, die uns trösten und Orientierung geben.
Manchmal ist es gut, zwei Schritte aus der realen Welt zurückzutreten und den Blick in eine heile Welt zu lenken, die für Friedlichkeit und Sorgenvergessenheit steht.
Bilder von einer heilen Welt in sich zu tragen, ist keine Flucht vor den Herausforderungen der realen Welt. Sie sind Kraftquellen, innerer Kompass und sie erinnern uns daran, was möglich ist.
Wer sich diesen inneren, heilsamen Bildern der Sehnsucht nach Frieden stellt, der sieht, was der realen Welt fehlt.
Gott geht über dir auf und seine Herrlichkeit, seine Bilder von einer Welt in Frieden begleiten dich. Sie begleiten dich und stärken dich im Alltag, in deinen Entscheidungen, bei deinen Zweifeln und Ängsten.
Einerseits spüren wir den Schmerz, dass das Leben eben kein Ponyhof ist. Andererseits fordern uns die Bilder einer heilen Welt dazu auf, mit der realen Welt in den Dialog zu treten und die Bilder Wirklichkeit werden zu lassen.
In der Gewissheit, dass über uns ein Gott ist, der seine Herrlichkeit in unsere Welt aufleuchten lassen will.
Wir beten: Wir beten für alle, die im Streit sind und nicht rauskommen aus den Konflikten: dass sie Abstand wagen und neu aufeinander zugehen können.
Für alle, die Verantwortung übernehmen in Medien, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Diakonie: dass sie die Last tragen können und bei ihren
Entscheidungen das Wohl der Menschen, besonders der Benachteiligten, im Blick haben.
Für alle, die fröhlich, ausgelassen und zufrieden sind: dass sie ihre Lebensfreude genießen und sie mit anderen teilen können.
Für alle, die durch Wort und Tat, durch Zuhören und Handeln, Dein Wort des Friedens leben: dass sie ihre Kraft und Hoffnung behalten.
Wochenspruch: „Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jesaja 60,2b)
Wochenpsalm: Psalm 97
Wochenlied: EG 67 „Herr Christ, der einig Gotts Sohn“
oder
EG 450 „Morgenglanz der Ewigkeit“
Download: ANgeDACHT 2026-6
Eine gesegnete Woche und einen guten Start in den Februar wünscht Ihnen
Diakon Olaf Eggert