Man kann zu Fasching, Fastnacht bzw. Karneval stehen, wie man will. Auch zum rheinischen Ausnahmezustand in diesen Tagen kann man geteilter Meinung sein. Doch ich gestehe, es tut mir gut in der heutigen Zeit, wenn der Irrsinn dieser Welt bissig, aber mit Stil und viel Humor aufs Korn genommen wird. Und ich lache gerne, wenn auch mir der Narrenspiegel vorgehalten wird und ich mich bei mancher Kleinkariertheit entdecke. Und ich liebe die Garden, die mit fröhlich bunten Uniformen einen gemütlichen Gardetanz schunkeln oder mit akrobatischen Leistungen die Zuschauer begeistern, statt militärische Droh- und Gewaltgebaren zu veranstalten. Für ein paar Tage die Welt bunt machen, sich eine Pappnase und eine Narrenkappe aufsetzen, alles mal nicht „Bier ernst“ nehmen – vor allem sich selbst nicht. Und mit fremden Menschen fröhlich Lachen und Feiern und davon träumen, wie schön es sein könnte, wenn …
Aber die Welt ist nun mal wie sie ist und keiner ist dabei ohne Schuld. Deshalb ist es gut, dass am Aschermittwoch die Narrenkappe in den Schrank geräumt wird und wir uns daran erinnern, dass wir alle Sünder sind – nicht nur wegen ein paar Faschingseskapaden. Der Fingerzeig auf andere nützt nichts, wir müssen bei uns anfangen.
Die diesjährige Fastenaktion der evangelischen Kirche steht unter dem Motto „Mit-Gefühl. 7 Wochen ohne Härte“. Ein Thema, das lohnt darüber in den nächsten Wochen nachzudenken und sich daran zu reiben. Das Schwert zurückstecken und die Wange hinhalten oder (ehemaligen) Freunden, die sich wie Rüpel benehmen mit Stärke begegnen?
Ich denke, die Passionszeit bietet eine gute Gelegenheit, das für sich auszutarieren und dem zu danken, der uns den Weg aus unserer Schuld mit seinem Leiden und Sterben bereitet hat.
Gebet: Gott wir danken dir, dass ausgelassen sein und fröhliches Feiern zu unserem Leben dazugehören und ihren Platz haben.
Jesus wir danken dir, dass du uns den Weg zum Frieden vorgelebt hast.
Heiliger Geist, behüte unser Feiern und segne unsere innere Einkehr.
AMEN!
Wochenspruch: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
(Lukas 18,31)
Wochenpsalm: Psalm 31 (EG 716)
Wochenlied: EG 401 – Liebe, die du mich zum Bilde
oder
EG.E 3 – Wir gehn hinauf nach Jerusalem
Download: ANgeDACHT 2026-8
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche.
Ihre
Anette Schmidt
Diakonische Kultur