Wenn ich diesen Vers in der begonnenen Passionszeit auf Ostern hin lese, denke ich an das geflügelte Wort vom „vorauseilenden Gehorsam“. Gott gibt uns einen „vorauseilenden Liebesbeweis“. Wir waren noch Sünder. Wir hatten noch nichts getan, was seine Liebe verdienen könnte. Wir hatten uns das Vertrauen, das Gott in uns setzt, noch gar nicht erarbeitet.
Und trotzdem diese wundersame und unglaubliche Freisprechung: Gott erweist uns seine Liebe. Als wir noch Sünder waren. Das bedeutet doch: Wir sind es nicht mehr! Wir sind keine Sünderinnen, keine Sünder mehr! Das Wort „Sünde“ ist mit dem deutschen Wort „Sund“ verwandt, mit dem ein Abgrund oder ein Graben bezeichnet wird. Dieser Graben trennt uns nicht mehr von Gottes Liebe. Wir leben, wie es Paulus in diesem Zusammenhang erklärt, schon jetzt in einem Raum der Gnade, der Gerechtigkeit, des Friedens.
Das heißt nicht, dass uns die Sünde nichts mehr anhaben könnte. Die Sünde bleibt eine unserer Lebenswirklichkeiten. Wir stehen immer wieder in der Gefahr, in alte Muster zurückzufallen. Richtet euch nicht nach dem Schema dieser Zeit, fordert uns Paulus an anderer Stelle auf. Die Welt um uns hat ihre eigenen „zeitgemäßen“ Schemata. Christen passen da nicht mehr hinein. Trotzdem holen sie uns oft wieder ein. Aber jetzt haben wir die Freiheit, da nicht mehr mitzumachen. Weil uns durch Christus ein neues Leben geschenkt ist, können wir auch wirklich anders leben. Denn wenn Gottes Liebe uns schon galt, als wir Sünder waren, wie viel mehr gilt sie jetzt, wo wir längst auf dem Weg mit ihm sind!
Wir beten: In deinem Namen, Herr, unser Gott, lädt Jesus Sünder an seinen Tisch und achtet sie wie Brüder und Schwestern. Das zerstört die Maßstäbe der Menschen. Das stellt alte Urteile in Frage.
Viele können darauf nur mit Feindschaft und Hass reagieren. So wurde Jesus getötet am Kreuz, doch du machst seinen Tod zum Anfang des neuen Lebens, in dem der Hass durch Liebe überwunden wird.
Herr, unser Gott, wir danken dir, dass du uns deinen Sohn Jesus Christus gesandt hast. Deine Liebe lässt uns leben. Du hast Geduld mit uns. Du wartest auf uns. Wir bitten dich für deine Gemeinde und Diakonie: Halte in ihr die Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde lebendig. Gib, dass sie dein Wort so sagt, dass es die Herzen der Menschen erreicht.
Wochenspruch: „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“ (Römer 5,8)
Wochenpsalm: Psalm 25,1-9 (EG.E Nr. 42)
Wochenlied: EG 94 „Das Kreuz ist aufgerichtet“ oder
EG 96 „Du schöner Lebensbaum des Paradieses“
Download: ANgeDACHT 2026-10
Einen guten Start in den Monat März wünscht Ihnen
Diakon Olaf Eggert
(Stabsstelle Diakonische Kultur)