Himmelfahrt ist ohne Zweifel ein fröhlicher Feiertag. Liegt im Frühjahr, die Wetterprognose ist in aller Regel auf „Hoch“ eingestellt und Männer und zunehmend auch Frauen ziehen mehr oder weniger alkoholisiert umher. Mein Bruder und ich nutzen seit vielen Jahren den Himmelfahrtstag mit dem Brückentag und anschließendem Wochenende für eine kleine Fahrradtour. Wir sehen viele Familien in den Jugendherbergen – früh buchen ist angesagt – und unser Eindruck: Deutschland ist aus dem Häuschen: Familien, Sportler, Freundesgruppen, Vereine… zieht es auf die Straßen und Plätze und in die schöne Natur. Hier und da haben sich auch Dorffeste und Himmelfahrtsfahrten von Bikern fest in den Jahresfestkalender eingebucht.

Himmelfahrt ist ein Jubeltag im Freien. Und damit sind wir gar nicht so weit weg von dem christlichen Himmelfahrtstag. Das ist zunächst erstaunlich: der auferstandene Christus verlässt uns gen Himmel. Eigentlich müssten wir traurig sein. Abschiede von uns wichtigen und lieben Menschen betrüben uns normalerweise. Aber hier geht uns Christus (nur) voraus: in eine neue Wirklichkeit, in den blauen Himmel, in die Leichtigkeit, in die Luft, in die Ewigkeit, in das Glück, in die Gemeinschaft mit allen Menschen, die uns schon verlassen haben.

Christus geht uns voraus und fordert uns auf: ich möchte, dass Ihr mir nachfolgt. Zunächst einmal hier auf Erden. Seid Boten des Friedens und liebt einander wie ich Euch geliebt habe. Wir sollen sie lieben, diese Welt, diese Schöpfung, diese Menschen. Christus verspricht uns, hier bei uns zu sein. Wenn wir beten, uns zu erhören. Und wir können und dürfen dankbar sein: für Gottes schöne Schöpfung, für unsere Familien und Freunde, für Christus, der immer bei uns ist.

Wir sollen Christus nachfolgen auf Erden wie im Himmel. Christus hat uns mit seinem Leben gezeigt, wie das geht, auf andere Menschen zuzugehen und wie tätige Nächstenliebe funktioniert. Und Christus zeigt uns mit seinem Sterben, seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt, dass das geht: es gibt ein Leben nach dem Tod, ein ewiges Glück, zu dem wir alle eingeladen sind. Deshalb ist Himmelfahrt ein Jubeltag.

Auch wenn nur wenige Menschen an Himmelfahrt in der Kirche anzutreffen sind: wir leben und feiern in Deutschland den Himmelfahrtsfeiertag wie einen Jubeltag. Das ist eigentlich gut christlich. So wünsche ich Ihnen zum Himmelfahrtstag am Donnerstag: jubeln Sie mit, gehen Sie raus – auch wenn Sie Dienst haben. Wenigstens für einen kleinen Spaziergang – und erfreuen Sie sich an der schönen Natur, an fröhlichen Menschen und schauen Sie in den Himmel und träumen Sie davon wie es wohl sein wird, dort zu sein, wo Christus schon ist.

 

Wir beten:                          Vater unser im Himmel, beten wir.

Aber wie kann ich mir das vorstellen, Gott?

Wenn ich mich auf den Rücken lege und in den Frühlingshimmel schaue,
versuche ich es zu begreifen:

Unendlich blau ist er
weit und tief, fassen kann ich ihn nicht – wie dich!

Manchmal fühle ich mich wie im Himmel, Gott.
Dann verlier ich ein Gefühl für die Zeit.
Ob Stunden oder Sekunden vergehen – ich weiß es nicht. Aber es ist sehr gut.
Diese Momente sind kostbar und ewig. Wie Du.

Himmelssüchtig möchte ich sein und doch mit beiden Füßen auf der Erde stehen.
Die Ewigkeit schmecken und doch die Zeit auskosten.
Du, Vater im Himmel,
begleite mich dabei.
Amen.                                     (Gebet von Anne Lüters, ELKB)

Wochenspruch:                Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20)

Wochenpsalm:                 Psalm 95,1-7a

Wochenlied:                      EG 344 – Vater unser im Himmelreich                                                                       

Download:                        ANgeDACHT 2026-20             

Wünsche einen guten Start in die Woche und einen fröhlichen Himmelfahrtstag!

Ihr
Jörg Antoine
(Kaufmännische Leitung)