Diese Worte von Jesus gelten Menschen, die sich verirrt haben, die sich schuldig fühlen – zu Recht oder weil sie zu viel von sich erwarten. Sicher auch denen, die ihren Weg aus den Augen verloren haben. Gott gibt niemanden auf, sondern sucht uns und hilft uns, zu ihm zu finden.
Die Geschichte von Zachäus, dem Zöllner von Jericho, gehört zu den Geschichten, die uns von frühester Kindheit an vertraut sind. Jesus ist zu Gast bei einem Oberzöllner und, in den Augen des Volkes: bei einem Obergauner. Er ist einer der meistgehassten Leute im Gebiet von Jericho. Sein Reichtum stammt aus Betrug und Erpressung.
Doch in diesem Mann kommt so etwas wie Sehnsucht auf.
Er will auch Jesus sehen, der durch Jericho kommt. Die Begegnung mit Jesus macht Zachäus zu einem Menschen, der seine Schuld eingesteht und bereit ist, Schuld wiedergutzumachen. Jesus kehrt bei Zachäus ein. Das ruft natürlich Widerspruch hervor. Bei einem Sünder ist er eingekehrt. Am Ende der Geschichte steht schließlich der Wochenspruch. Kein Wort über Jesus, sondern ein Wort von Jesus.
Jesus nimmt das Heft in die Hand. Er gibt bekannt, wozu und für wen er gekommen ist. Ihn, Zachäus, hat er gesucht. Ihn hat er selig, glücklich gemacht. Es wird nicht berichtet, wie sich das im Leben des Zachäus später ausgewirkt hat.
Aber: Er ist gerettet. Ich finde den Wochenspruch tröstlich. In meine Verlorenheit hinein kommt Jesus und will mich retten. Er sucht mich – vielleicht nicht auf einem hohen Baum. Aber er sucht mich in jedem Fall dort, wohin ich mich aufgemacht habe, ihn zu sehen. Das ist der erste Schritt.

Wir beten:                         Barmherziger Gott, Vater im Himmel, von deiner Barmherzigkeit leben wir. Weil du uns annimmst und uns hilfst, unsere Umwege zu verlassen, können wir gestärkt
durchs Leben gehen. Dafür danken wir dir und bitten dich:
Nimm dich auch derer an, die unter dem Unfrieden in der Welt leiden, und führe die Kriegstreiber zur Umkehr.
Nimm dich auch derer an, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, und schenke ihnen, dass dein Licht über sie leuchtet.
Nimm dich auch derer an, die es schwer haben, an dich und deine Liebe zu glauben, und schenke ihnen, dass sie Menschen finden, die ihnen Beispiele deiner Liebe                                                          sind.

Wochenspruch:             Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lukas 19,10)

Wochenpsalm:               Psalm 103,1-13

Wochenlieder:                EG 353 – Jesus nimmt die Sünder an
oder
EG.E 17 – Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt

Download:                        ANgeDACHT 2026-26

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlichst

Diakon Olaf Eggert
(Stabsstelle Diakonische Kultur)