Der Philosoph Friedrich Nietzsche (1844-1900) war ein Pfarrerssohn, der das Christentum sehr gut kannte und auch seinen Kern erkannte. Das Christentum hat jeden Menschen im Blick. Jeder Mensch ist von Gott angenommen, ist ein Ebenbild Gottes, hat eine unverlierbare Menschenwürde.

Christus beurteilt Menschen nicht danach, ob sie im Leben reich, berühmt oder beruflich erfolgreich sind. Aber Christus fragt: nimmst du fremde Menschen und Flüchtlinge auf? Hilfst du kranken und alten Menschen und Menschen mit Behinderung? Gibst du Bedürftigen, was sie brauchen, und teilst mit denen, die da hungrig oder durstig sind? Kleidest du nackte Menschen? Hilfst du Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, z.B. Gefangene?

Christus steht an der Seite dieser Menschen. Und deshalb sagt Christus in unserem heutigen Wochenspruch: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

Der Philosoph Nietzsche kannte das Christentum nur zu gut. Und genau dieses Christentum, das sich um die Armen, Schwachen und Bedürftigen kümmert, lehnte Nietzsche ab. Das Christentum war für ihn eine Religion der Schwachheit, eine Sklavenmoral, weil sie das Unterdrückte befreien und emporheben will. Nietzsche propagierte vielmehr den starken Menschen, der die Macht hat, sich an die Spitze zu stellen und andere zu unterjochen.

Der Nationalsozialismus ist diesen Weg des Herrenmenschen weiter gegangen und hat eine ganze Gesellschaft auf den Grundsatz des Egoismus gestellt. Wo das hinführte, das wissen wir heute: Deutschland lag 1945 in Trümmern, in jeder Hinsicht, auch moralisch.

Wer heute nationalen Egoismus fordert, andere Menschen ausgrenzen will und die schwachen Menschen verachtet und ihnen keine Hilfe zukommen lassen will, der stellt sich wie Nietzsche gegen das Christentum. Unser Wochenspruch zeigt uns ganz deutlich, wo Christus ohne jeden Zweifel steht: bei den geringsten Menschen. Wer diese Menschen sieht, der sieht auch Christus; wer diesen Menschen beisteht, der steht bei Christus und Christus mit ihm.

Wir beten:               Jesus, sei bei den Schwachen, den Leidenden, den Menschen, die unter Krieg, Gewalt oder Not leben.
Tröste, wo Worte nicht ausreichen, schenke Hoffnung, wo Zukunft ungewiss erscheint,
und lass deine Gegenwart spürbar werden – auch in den kleinsten Momenten des Alltags.

Hilf uns, nicht wegzuschauen, sondern mitzufühlen, unsere Hände und Herzen zu öffnen.
Lehre uns, Frieden zu leben, Liebe weiterzugeben und Licht in die Dunkelheit anderer zu bringen.
Lass uns Zeichen der Hoffnung sein, die Trost, Mut und Freude schenken, wo Verzweiflung und Angst versuchen, die Herzen zu beschweren.               
(CVJM Westbund)

Wochenspruch:    Christus spricht: was Ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Matthäus 25,40b)

Wochenpsalm:      Psalm 112

Wochenlied:           EG 412 – So jemand spricht: „Ich liebe Gott“
oder
EG.E 28 – Wenn das Brot, das wir teilen

Download:               ANgeDACHT 2026-36

Wünsche einen guten Start in die Woche!

Ihr
Jörg Antoine

(Kaufmännische Leitung)