„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5,7),
schlägt der Wochenspruch vor und lädt uns ein, Gott zu vertrauen und ihm das anzuvertrauen, was uns auf dem Herzen liegt. Mein Herz ist dankbar dafür, in einem demokratischen Rechtsstaat leben zu dürfen. Die erste Demokratie auf deutschem Boden, die von Weimar 1919, hatte einen schweren Stand. Der Kaiser war ins Exil gegangen, die Fürsten hatten abgedankt, die Republik war ausgerufen worden. Und nun wollte sie gestaltet werden. Sie hielt nur bis 1933, sie musste der braunen Diktatur weichen. Konsequent hat dann das Grundgesetz der Bundesrepublik die Grundrechte der Menschen an den Anfang gestellt. „Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen“ wurde das aufgeschrieben, was bis heute unser Zusammenleben grundlegend ordnet. Die Würde des Menschen ist unantastbar, heißt es dort, Männer und Frauen sind gleichberechtigt, die Freiheit des Glaubens ist unverletzlich, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und vieles mehr gilt den Menschen in unserem Land. Es war wie das Aufstoßen einer Tür in Richtung Frieden und Freiheit. Solche Grundrechte sind Gabe und bleibende Aufgabe zugleich. Sie sind gleichsam ein Geschenk an die Menschen und wollen doch immer neu ausgestaltet werden für ein Land, in dem wir gut und gerne leben.
Als Christ fühle ich mich verpflichtet, am friedlichen Miteinander einer Gesellschaft mitzuwirken. Darauf zu schauen, dass Menschen zu ihrem Recht kommen und fair miteinander umgehen. Der Stadt Bestes zu suchen, wie es der Prophet Jeremia einst beschrieben hat (Jer 29,7).
Demokratie macht Arbeit gerade in diesen Zeiten. Aber anders würde ich es auch gar nicht haben wollen.
Wir beten: Was mich belastet, das bringe ich mit. Oft kann ich selbst so wenig tun, dass es anders wird. Darum bitte ich: Herr, erbarme dich.
Mit frischem Blick und weitem Herzen traue ich dem, der da sagt: Alle deine Sorgen wirf auf ihn, denn er sorgt für dich.
Gott, ach! Wie oft drücken mich Sorgen.
Wie oft liegen mir Lasten auf.
Du sorgst für die Vögel unter dem Himmel und die Lilien auf dem Feld.
Gott, ach! Sorge doch auch für mich. Steh mir bei. Verlass mich nicht.
Ich setze auf dich und bin gewiss: Du bist bei mir.
Gott, lass uns nicht gleichgültig werden gegenüber dem Elend in der Welt und der Stimmung in unserem eigenen Land.
Christus, Bruder, Freund, Gefährte, sorge für uns.
Deine Liebe möge am Ende größer sein als Zwist und Lieblosigkeit auf Erden. Sorge für uns.
Wir trauen dir zu, dass du für uns da bist, heute, morgen und allezeit. Amen.
Wochenspruch: „All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch“. (1. Petrus 5,7)
Wochenpsalm Bl: Psalm 68,1-24
Wochenlieder: EG 369 „Wer nur den lieben Gott lässt walten“
oder
EG 427 „Solang es Menschen gibt auf Erden“
Download: ANgeDACHT 2026-38
Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlichst
Diakon Olaf Eggert
Team Diakonische Kultur