Grenzenlos frei
Vielleicht liegt es an meiner ostdeutschen Biografie, vielleicht auch an meinem Alter. Jedenfalls kam mir beim Lesen des Wochenspruchs sofort der Gedanke „Freiheit!“.
Aber was ist Freiheit eigentlich? „Die Freiheit nehm’ ich mir“, wie einst ein Werbespot propagierte? Das erscheint mir dann doch zu plump. Ich denke, die eigene Freiheit findet dort ihre Grenzen, wo sie andere verletzt, ihnen schadet oder sie benachteiligt. In diesem Sinne bedeutet Freiheit auch, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
Und was meint eigentlich weltlich?
Was habe ich mit meinem Glauben überwunden?
Die Welt zu überwinden, bedeutet vielleicht, sich selbst und anderen nichts beweisen zu müssen, Vorurteile hinter sich zu lassen und sich von der Angst zu befreien, zu kurz zu kommen. Es ist ein Glaube, der sich in Gottes Hand geborgen weiß und dadurch frei wird, auf die Menschen um sich herum zu achten und achtsam mit der Welt umzugehen.
Freiheit bedeutet für mich, das Herz weit zu machen und alles Unvollkommene in mir selbst und in anderen liebevoll anzunehmen, das Beste daraus zu machen und frohgemut ans Werk zu gehen.
Gebet: Ein Glaubensbekenntnis von Dietrich Bonhoeffer
Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn allein verlassen.
In solchen Zeiten müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube, dass unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unsere vermeintlichen Guttaten.
Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.
Wochenspruch: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Johannes 5,4c)
Wochenpsalm: Ps 138,1-8
Wochenlied: EG 346 – Such, wer da will, ein ander Ziel
oder
EGE 26 – Mit dir, o Herr, die Grenzen überschreiten
Download: ANgeDACHT 2026-40
Es grüßt Sie herzlichst
Anette Schmidt
(Stabsstelle Diakonische Kultur)