Die Kochtasche der Lafim-Diakonie wurde mit dem Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2026 ausgezeichnet. Der Fokus des Awards liegt auf den 17 Zielen zur nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen in den Bereichen Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft.
Am 17. September nahmen Christian Schehle, Stabsstellenleiter, und Frank Eibisch, Theologischer Leiter der Lafim-Diakonie, die Auszeichnung in Berlin entgegen.
Ausgezeichnet wurde das Projekt „Kochtasche in Kamerun“ in der Kategorie „Chancengleichheit“. Unter 433 nominierten Projekten gehörte es zu den 46 Preisträgern.
Verantwortung, Gesundheit und mehr Teilhabe

Frank Eibisch und Christian Schehle bei der Preisverleihung
Die Kochtasche reduziert den Brennholzverbrauch und spart dadurch große Mengen CO₂ ein. Gleichzeitig verbessert sie die Lebensbedingungen vieler Menschen in Westkamerun.
„Die Auszeichnung ist aus meiner Sicht verdient, weil es unseren Partnern in Kamerun gelungen ist, Gesundheitsschutz, Teilhabe und Verantwortung mit einer simplen Idee wirksam zusammenzubringen“, sagt Christian Schehle.
In vielen ländlichen Regionen wird auf offenen Feuerstellen gekocht. Der dabei entstehende Rauch stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, insbesondere für Frauen und Kinder. Die reduzierte Rauchentwicklung senkt das Risiko von Atemwegserkrankungen, Augeninfektionen und weiteren gesundheitlichen Folgen deutlich.
Zugleich verringert der geringere Brennholzbedarf den Druck auf lokale Wälder und schützt wertvolle Ökosysteme.
So funktioniert die Kochtasche
Die Kochtasche ist ein hochisolierter Beutel. Sie funktioniert wie eine Thermoskanne für Töpfe. Das Essen wird kurz aufgekocht und gart anschließend ohne weitere Energiezufuhr zu Ende.
Dadurch sinkt der Brennholzverbrauch erheblich. Messungen zeigen eine Reduzierung von durchschnittlich 10,8 auf 3,47 Kilogramm Brennholz pro Haushalt und Tag. Das entspricht einer Einsparung von rund 68 Prozent.
Messbare Wirkung

Kochtasche mit einem Topf zubereitetem Essen
Genäht werden die Kochtaschen im kamerunischen Baham bei einer Behindertenhilfeorganisation. Das Projekt verbindet damit Klimaschutz, Teilhabe und lokale Wertschöpfung.
Bis 2035 sollen insgesamt 19.000 Kochtaschen hergestellt und dadurch mehr als 100.000 Tonnen CO₂ eingespart werden. Bereits bis Ende 2026 sollen 3.600 Kochtaschen genäht werden.
„Unsere Partner vor Ort erhoffen sich durch den Preis zusätzliche Sichtbarkeit und neue Unterstützer für ihre Projekte“, sagt Christian Schehle.