2024/11

„I have a dream …“ Mit diesen Worten ging der afroamerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King vor über 60 Jahren, am 28. August 1963, in die Geschichte ein. Er entfaltete in Washington D.C. vor dem Lincoln Memorial vor über 250.000 Menschen seinen Traum von einem Amerika, in dem die afro-amerikanische Bevölkerung nicht diskriminiert wird, in der alle Menschen, egal welcher Hautfarbe, die gleichen Chancen haben. Ein Traum, der leider bis heute unerfüllt ist. Immer noch sind die Hautfarbe und der Geburtsort in den USA entscheidende Wegmarken dafür welche Zukunft sich eröffnet. Aber dennoch hat sich in den USA nach 1963 auch einiges verändert. Mit Barack Obama wurde ein Afroamerikaner Präsident, mit Thurgood Marshall 1967 Verfassungsrichter
am Obersten Gerichtshof der USA (Supreme Court), mit Guion Bluford 1983 Astronaut und wer weiß, vielleicht wird jetzt ein weiteres Kapitel aufgeschlagen, wenn in den USA mit Kamela Harris nicht nur die erste Frau, sondern zugleich eine coloured Frau US-Präsidentin wird. Wir werden sehen, ob die us-amerikanische Gesellschaft, die weiß Gott, mit Trump viel rückwärtsgewandte alte, weiße Männer-Polemik zu bieten hat, reif dafür ist, etwas mehr von Martin Luther Kings Traum zu verwirklichen.

Träume können Wirklichkeit werden. Auch im zweiten Petrusbrief wird geträumt. Die ersten Christen rechneten damit, dass noch zu ihren Lebzeiten das Ende der Geschichte erreicht ist, Christus auf die Erde wiederkommt und mit ihm das Himmelreich auf Erden von Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit volle Wirklichkeit wird. Auf diese Endzeit warten wir mit unseren jüdischen Geschwistern bis heute. Aber können wir die Verheißung noch sehen, träumen wir noch von ihr? Mir persönlich fällt das Träumen angesichts der AfD-Erfolge und ihrer gesichert rechtsextremen Gesinnung, Trumps fake-news und Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine gegenwärtig schwer.

Wie schwer muss den ersten Christen angesichts ihrer Diffamierung und Verfolgung der Glauben an Christus und den Beginn einer neuen Zeit gefallen sein. Und in diese Stimmung teilt der Petrusbriefverfasser seinen Traum. Ein Traum von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, wo die Gerechtigkeit wohnt. Dieser Traum hat auch etwas gemacht mit den Menschen in der Antike. Immer mehr Menschen hatten sich dem Christusglauben angeschlossen. Leider wurde mit dem christlichen Abendland dann doch nicht alles besser. So bleibt der Traum des Petrus immer noch bis zu dem Tag unerfüllt, an dem Gott seine Verheißung für uns wahr macht. Wir Menschen sind derweil gerufen, immer wieder neu zu träumen von einer besseren Wirklichkeit und uns dafür einzusetzen. Vielleicht kommen wir mit Gottes Hilfe dem Traum des Petrusbriefs im November 2024 wieder mal etwas näher. Das hoffe ich sehr.

 

Ihr Jörg Antoine