2025/08

In unserem Land stehen Christen selten wegen ihres Glaubens vor Gericht. Doch das ist nicht überall auf der Welt so. Für den Missionar Paulus damals gehörten größere Anfeindungen zur Tagesordnung. Wieder einmal soll ihm wegen seiner Verkündigung des christlichen Glaubens der Prozess gemacht werden. Darum steht er vor Gericht. Zusammenfassend sagt Paulus in seiner Verteidigungsrede: „Aber Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein und sage nichts, als was die Propheten und Mose vorausgesagt haben.“
Paulus betont, dass er als Jude zur Welt gekommen ist und so etwas wie ein Pharisäer war; also ein Gelehrter, der den jüdischen Glauben sehr ernst genommen hat. Die Welt des Glaubens steht für Paulus nicht still. Sie weitet sich. Und zwar in die große Welt hinein. Jesus ist der Sohn Gottes, der Heiland für die Welt. Das glaubt Paulus, das hat er erfahren. Als Jesus ihn in den Dienst rief, versprach er zugleich seine Hilfe. Ich, sagt Paulus, tue also nichts Unrechtes, wenn ich den jüdischen Glauben als christlichen Glauben in die ganze Welt trage.
Das alles ist für uns heute, zweitausend Jahre später, nur schwer zu erfassen. Es gab und gibt auch heute noch eine Strenge des Glaubens, die uns wohl eher fremd ist. Auch die scharfen Grenzen, die es früher zwischen Katholiken und Protestanten gab, sind kaum noch zu erleben.
Auch ich lebe nur als Christ, weil Gott mich durchgetragen hat und trägt, wenn ich angefeindet werde, wenn die Toleranz der Nichtchristen gegenüber uns Christen weiter schwindet. Wenn ich dann leide, bin ich in bester Gesellschaft, in der Gesellschaft des Paulus, ja sogar in der Gesellschaft von Jesus Christus selbst. Aber gerade da, wo durch diese Schwierigkeiten hindurch das Evangelium weitergesagt wird, baut Jesus Christus seine Gemeinde.  Gott ist der, der mitgeht; uns nicht uns selbst überlässt. Das ist zu erleben und zu erfahren für die, die Gott nicht übersehen wollen, sondern nach ihm suchen.

Herzliche Grüße
Diakon Olaf Eggert