2025/09

Woher hat Martin Luther eigentlich immer diese Kraft genommen? Von der römischen Kirche exkommuniziert, im Reich geächtet – für Vogelfrei erklärt – von vielen verhasst. Luther musste ständig in der Angst leben, den Schutz seines Landesherrn zu verlieren oder von den Feinden ergriffen und verschleppt zu werden oder auf der Straße einfach hinterrücks ermordet zu werden. So wie auch heute noch oppositionelle Menschen von diktatorischen Regimen verfolgt und auf offener Straße ermordet werden, selbst wenn sie an sich in sicheren Staaten wie Deutschland Asyl gefunden haben.
Ich bewundere Martin Luther für seinen Mut und seine Standhaftigkeit. Unbeirrt hielt er an seinem Kurs und seinen Erkenntnissen fest. Gott nimmt alle Menschen auf, die sich an ihn wenden. Gott verstößt niemanden. Der Weg zu Gott ist ganz kurz und direkt. Wir können diesen Weg mit anderen Menschen gemeinsam gehen, aber kein Mensch steht zwischen mir und Gott. Kein Mensch oder Institution hat das Recht, sich dazwischen zustellen oder gar von sich zu behaupten, nur über ihn bzw. sie könne der Mensch zu Gott kommen. Martin Luther hat mit dieser Erkenntnis der Kirche ihren Machtanspruch abgesprochen und sich damit viele Feinde gemacht. Stets stand er in Lebensgefahr und schrieb und predigte dennoch immer weiter.
Martin Luther hat seine Kraft aus seinem Glauben gewonnen. Der 46. Psalm sprach ihn besonders an. „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke“. Martin Luther hat diesen Psalm zu seinem berühmtesten Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ (Ev. Gesangbuch Nr. 362) angeregt, dessen Text und Melodie von Martin Luther selbst stammen. Ein trotziges, ein kämpferisches Lied des Protestantismus, voller Vertrauen und Zuversicht in Gottes Schutz und Stärke. Dieses Vertrauen hat Martin Luther seine Kraft gegeben. Und er hat im Grunde recht behalten, sein Vertrauen war nicht vergeblich. Die von ihm angestoßene Reformation verbreitete sich über ganz Europa und in die Welt und gab den Menschen Freiheit. Und Martin Luther selbst wurde 62 Jahre alt und verstarb im Jahre 1546 in Eisleben eines natürlichen Todes im Bett.

Und weil dieses Lied so schön ist, anbei ein Link zur Kantate von Johann Sebastian Bach „Ein feste Burg ist unser Gott“:  Bach – Cantata Ein feste Burg ist unser Gott BWV 80 – Sato | Netherlands Bach Society
Nehmen Sie sich heute die Zeit, hören Sie rein, und lassen Sie sich ermutigen, für Ihre Überzeugung einzutreten.

Einen guten Start in den Monat September wünscht Ihnen Ihr
Jörg Antoine