Kann man das eigentlich vorschreiben: Sei fröhlich! Diese Frage stellt sich noch einmal intensiver in dieser Jahreszeit als im Sommer, bei oft schönem Wetter. Aber jetzt, wo es oft so nasskalt ist und so schnell dunkel wird, tun sich viele mit der Fröhlichkeit schwer. Fröhlichkeit ist ja sicher keine Tugend, die uns als Deutschen so nachgesagt wird. Es sei denn, man wohnt im Rhein-Main-Gebiet oder ist selbst in der sogenannten 5. Jahreszeit im Brandenburger Karneval, bzw. Fasching organisiert. Du sollst fröhlich sein… kann man Fröhlichkeit verordnen? Ist es überhaupt möglich, Stimmungen vorzuschreiben?
Wie oft habe ich in der Adventszeit oder auch zu Weihnachten gehört: „Ich bin noch gar nicht so richtig in Weihnachtsstimmung.“ Wie schön wäre es, wenn wir einfach nur einen Schalter umlegen könnten, und fertig wäre die richtige Stimmung. Um möglichen Spekulationen vorzubeugen: Ich habe dieses Geheimrezept auch nicht. Aber persönliche Rituale können einem durchaus dabei helfen, sich in die entsprechende Stimmung zu bringen. Mal wieder seinen Lieblingsfilm ansehen und ganze Texte mitsprechen oder in sein Wohlfühlkleidungsstück schlüpfen und im Sessel sitzend, mit warmem Tee, ein Buch lesen.
Als Christ hilft mir der Gedanke, dass Gott uns mit allem, was wir zum Leben brauchen, versorgt. Jesus hat uns den Vater im Himmel als einen großzügigen und wohlwollenden Herrn vorgestellt. Im Vaterunser ermutigt er uns, ohne Scheu auch für den alltäglichen Lebensunterhalt zu beten: Lieber Vater, unser tägliches Brot gib uns heute. Jesu Liebe zu uns Menschen, seine Fröhlichkeit und sein Handeln, damit es gut wird, färbt auf mich ab und bringt mich in die richtige Stimmung, um mutig und mit Zuversicht meinen Dienst in der Lafim-Diakonie zu tun. Er weitet bei mir den Blick für das, was wirklich wichtig ist und wofür ich dankbar bin. Ich brauche immer wieder diese Augen- und Herzensöffner, um in Stimmung zu kommen. Und Ihr? Vielleicht können Sie jetzt besser in das Monatswort aus dem 5. Buch Mose mit einstimmen: „Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der Herr, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.“ (5. Buch Mose 26,11).
Herzliche Grüße, Diakon Olaf Eggert