Zwischen Prüfungsstress, Herzblut und großen Plänen

Ein explodierender Kopf, ein Herz oder eine Rakete – manchmal sagt ein Emoji mehr als viele Worte. Bei der Absolventenfeier der Lafim-Diakonie am 8. Oktober in Teltow waren die frisch gebackenen Absolvent:innen und ihre Ausbildungsverantwortlichen eingeladen, ihre Ausbildungszeit mit einem passenden Motiv zu beschreiben. Heraus kamen ganz persönliche Geschichten über Prüfungsstress, Selbstzweifel, Durchhaltevermögen und die Freude, es schließlich geschafft zu haben.

Mehr als 25 Auszubildende haben in diesem Jahr ihre Ausbildung zur Pflegefachperson oder Pflegehelfer:in bei der Lafim-Diakonie erfolgreich abgeschlossen. Hinzu kommen drei Absolvent:innen aus dem Küchenbereich sowie drei weitere aus dem Teilhabe-Bereich. Für die Lafim-Diakonie ist das ein erfreuliches Ergebnis: Mehr als zwölf Pflegekräfte, drei Mitarbeitende aus dem Bereich Heilerziehungspflege, Heilpädagogik und Sozialassistenz sowie ein Koch werden nach ihrem Abschluss übernommen. So stärkt die Organisation ihre Einrichtungen gezielt mit qualifizierten Fachkräften aus den eigenen Ausbildungsreihen.

Wie sehr eine Ausbildung auch persönlich verändern kann, beschreibt der 20-jährige Shaun Cody Baesel. Eher zufällig war er auf Anregung eines Kollegen in die Pflege gekommen. Anfangs wusste er kaum, was ihn erwarten würde. Heute blickt er mit ganz anderen Augen auf den Beruf. „Ich bin ruhiger geworden, viel ruhiger. Ich bin professioneller geworden. Ich kann viel besser mit Menschen umgehen“, erzählt der junge Mann, der seine berufliche Laufbahn im Evangelischen Seniorenzentrum Johanna Hinrich-Wichern in Cottbus fortsetzt. Besonders überrascht hat ihn, wie umfangreich die Ausbildung ist – von Anatomie und rechtlichen Grundlagen bis zur Selbstreflexion. Inzwischen hat er auch klare Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft. Nach der Ausbildung zur Pflegefachperson möchte er sich weiterqualifizieren und später selbst Wissen vermitteln. „Irgendwas mit Menschen, denen ich was beibringen kann. Das ist genau mein Ding.“

Absolvent:innen der Lafim-Diakonie feiern in Teltow ihren erfolgreichen Ausbildungsabschluss gemeinsam mit Praxisanleitenden und Ausbildungsverantwortlichen.

Frisch ausgezeichnet und voller Zukunftspläne: Die Absolvent:innen der Lafim-Diakonie feierten am 8. Oktober in Teltow gemeinsam mit Praxisanleitenden und Ausbildungsverantwortlichen ihren erfolgreichen Ausbildungsabschluss.

Dass der Weg zum Abschluss nicht immer leicht war, zeigt auch die Geschichte von Sabrina Weiß. Für sie war es vor allem die Herausforderung, ihre Aufgaben als alleinerziehende Mutter und die Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Besonders die umfangreichen Prüfungsinhalte verlangten ihr einiges ab. Umso größer ist nun die Erleichterung. Ihr Rat an künftige Auszubildende fällt entsprechend aus. „Nehmt euch den Druck raus. Achtet darauf, dass ihr auf euch achtet. Das ist ganz wichtig“, sagt die 38‑Jährige. Vor allem aber sollten Auszubildende keine Scheu haben, Fragen zu stellen, so Sabrina Weiß, die nun im Evangelischen Seniorenzentrum Bethesda in Teltow arbeitet.

Auch Jonas Schulp kennt das Gefühl, sich selbst unter Druck zu setzen. Für seine Emoji-Karte entschied er sich deshalb für ein Motiv, das seinen Prüfungsstress widerspiegelte. „Ich hatte Angst, dass ich das nicht schaffe, weil ich immer selbst an mir zweifle. Aber im Endeffekt lief es dann doch besser, als ich dachte“, sagt der 22-Jährige. Jetzt freut er sich darauf, in seiner bisherigen Einrichtung weiterzuarbeiten und dort etwas bewegen zu können.

Wie viel Engagement hinter einer erfolgreichen Ausbildung steckt, wissen auch die Praxisanleitenden und Ausbildungsverantwortlichen. Sie begleiten die Auszubildenden im Arbeitsalltag, vermitteln Wissen, geben Rückhalt und helfen, wenn es einmal schwierig wird. Kathrin Scholz entschied sich deshalb für ein Herz. „Ich bin total stolz auf alle drei“, sagt sie über die von ihr betreuten Absolvent:innen. Besonders freue sie sich darauf, dass diese auch nach ihrem Abschluss in der Einrichtung bleiben“, sagt die Praxisanleiterin aus dem Evangelischen Seniorenzentrum Johanna Hinrich-Wichern in Cottbus.

Dass die gemeinsame Ausbildungszeit nicht nur aus Erfolgserlebnissen besteht, spricht Nicole Mille offen an, die Praxisanleiterin im Evangelischen Seniorenzentrum Lindenstraße in Perleberg ist. Manchmal gerieten sowohl Auszubildende als auch Anleitende an ihre Grenzen. Schließlich sei vieles, was für erfahrene Pflegekräfte selbstverständlich erscheint, für Berufsanfänger:innen zunächst völlig neu. Entscheidend sei, gemeinsam daran zu wachsen. Für die Zukunft wünscht sie den Absolventinnen und Absolventen vor allem, dass sie neugierig bleiben und sich kontinuierlich weiterentwickeln. „Dieses lebenslange Lernen, das wir in der Ausbildung sehr oft thematisiert haben“, sei ihr besonders wichtig.

Die Absolventenfeier bot einen feierlichen Rahmen und die Gelegenheit, diese Leistungen gemeinsam zu würdigen. Nach einer Andacht von Sabine Papies und Frank Eibisch folgten die Ansprachen von Eva-Maria Dresseler, Geschäftsführerin der Lafim Diakonie für Menschen im Alter, sowie von Dr. Jörg Antoine, Kaufmännischer Leiter der Lafim-Diakonie. Im Anschluss wurden Danksagungen ausgesprochen und die Geschenke von Flieders Blumenland aus Brandenburg an der Havel an die Absolventinnen und Absolventen sowie Praxisanleitenden und Ausbildungsverantwortlichen überreicht – wieder liebevoll gestaltete Präsente bestehend aus einer Flasche Saft, einem Glas Honig aus der eigenen Imkerei, einer Pflanze sowie einem Holzfischanhänger, der in der Fliedners Holzbearbeitung in Schmerzke hergestellt wird. Beim anschließenden Mittagessen und dem gemeinsamen Rückblick auf die Ausbildungszeit war Raum für Erinnerungen und persönliche Gespräche.

Eva-Maria Dressler, Geschäftsführerin der Lafim-Diakonie für Menschen im Alter, richtete den Blick dabei auch auf die Verantwortung, die die Absolvent:innen künftig übernehmen. Sie ermutigte sie, ihr neu erworbenes Wissen selbstbewusst einzubringen und Veränderungen anzustoßen – auch dann, wenn sie auf Widerstände stoßen. „Ihr seid unsere Zukunft in der Altenhilfe“, betont sie.

Während für die einen mit dem Abschluss ein neuer beruflicher Abschnitt beginnt, haben die nächsten Auszubildenden ihre ersten Schritte bereits gemacht. Mehr als 45 junge Menschen haben in diesem Jahr eine Ausbildung in der Pflege begonnen, zwei weitere im kaufmännischen Bereich und zwei im Bereich Küche. Damit investiert die Lafim-Diakonie weiterhin in die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte.

Und für die Absolvent:innen? Für sie beginnt nach Prüfungen, Lernstress und vielen neuen Erfahrungen nun das nächste Kapitel. Elias Gideon Illgen, der Ausbildung und ein duales Studium im Bereich Pflege miteinander verbunden hat, brachte seine Vorfreude mit einer Rakete auf den Punkt. Sie stehe für „eine weite Reise, auf die wir uns jetzt begeben“. Ein passendes Bild für einen Tag, an dem die Absolvent:innen nicht nur ihre erfolgreichen Abschlüsse feiern, sondern auch viele neue berufliche Wege beginnen.